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Sun Ra Arkestra: Swirling (lim. ed. Gold Col. Vinyl) - Hilfe
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Sun Ra Arkestra - Swirling (lim. ed. Gold Col. Vinyl)

Cover von Swirling (lim. ed. Gold Col. Vinyl)
Sun Ra Arkestra
Swirling (lim. ed. Gold Col. Vinyl)

Label Strut
Erstveröffentlichung 30.10.2020
Format 2-LP
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 22,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

20er des ja seit Sun Ras Tod von Marshall Allen geführten z.Zt. 15-köpfigen Arkestra (inkl. 8 Bläsern, vielen altgedienten Mitgliedern, u.a. neben Allen Knoel Scott, Cecil Brooks, Michael Ray, Danny Ray Thompson; die ausgezeichnete Sängerin Tara Middleton, bei fast jedem Track dabei, häufig aber nur kurz, agiert anders als June Tyson damals, eher „klassisch“ mit gelegentlicher Soul-Infusion, wunderbar gefühlvoll/sanft, fordernd, herber zwischen Blues und Jazz, feinst emotional phrasierend). Sie bearbeiten großteils altes Sun Ra-Material (teils Klassiker) aus den Mitt-50ern bis späten 70s (darunter 1 unbekanntes Stück, 1 rares, 1 erst nachträglich als Bonus/10“ veröffentlichtes, das mit einem langen superben mehrstimmigen A-capella-Part startet), plus 1 neues von Allen, aber einige davon auf völlig neue kaum wiedererkennbare Art. Ich hab in den letzten Jahren 3 Live-Konzerte von ihnen gesehen, für meinen und den Geschmack vieler großartig (besonders das 1. und eins vom letzten Jahr), aber es gab auch (ein wenig!) kritischere Stimmen, die eine gewisse „Glättung“, weniger Spannung bemängelten. Wahr ist, daß sie (auch hier) irgendwie „berechenbarer“ geworden sind als in alten Zeiten aber nur in Relation zu damals, keineswegs im Vergleich zu anderen Acts. Der afrikanische Input, längere Percussion-Parts, der viel beschworene (aber ja auch früher nur gelegentlich auftauchende) Space-Faktor sind deutlich minimiert, ebenso die gänzlich freien Anteile (obwohl es ein tolles pures typisches zudem Percussion-reicheres Free Jazz-Stück gibt, mit wilden Piano-Features und fast poetischem Synth-Interlude). Aber die Grundlagen sind dieselben. Viele im Grunde auf alten (swingenden, sporadisch bis in die 30er zurückreichenden) Jazz-Traditionen basierende Tracks, die mal punktuell, mal immer wieder so charakteristisch von harmonischen Freiheiten bzw. Verschiebungen und oft kürzeren freien Querschüssen (Bläser, Piano, Synthie, letztere beiden sind übrigens meist beide vertreten) durchzogen werden, was für eine ganze Reihe faszinierender Momente sorgt. Daneben gnadenlos repetitive Phasen (z.B., mehrfach, Bariton-Sax-Motive) bzw. Ostinati mit hypnotischer Ausstrahlung, ein paar Groove-artige “tanzende“ Rhythmen, avancierte weit aufgebrochene, ausfransende, befreite/freisinnige und komplexe u.a. an frühe 60er erinnernde (oder mal zukunftsorientierte) Sachen, diverse stark aktualisierte überraschende Versionen (z.B. Rocket No. 9, das gleichzeitig 70s-inspiriert und hochmodern wirkt), das grandiose „Medley“ Satellites Are Spinning/Lights On A Satellite zwischen purer herrlicher Balladen-Schönheit und fabelhaften Querschüssen… Enorm ideenreich, teils quietschbunt (wozu der Analog-Synthie einiges beiträgt), gefühlvoll wie angestochen, klasse Bläserarrangements allerorten, und beständig auf hohem bis höchstem Niveau (mit Ausnahme eines reinen Vocal/Synth-Duetts). 71 Min., Vinyl mit Bonustrack (der Coleman Hawkins-Klassiker Queer Notions, ungewohnt frei interpretiert). Große Empfehlung! (dvd)

Tracklisting
1.Satellites Are Spinning / Lights On A Satellite<
>2.Seductive Fantasy<
>3. Swirling<
>4. Angels And Demons At Play<
>5. Sea Of Darkness / Darkness<
>6. Rocket No. 9<
>7. Astro Black<
>8. Infinity / I'll Wait For You<
>9. Sunology<
>10. Door Of The Cosmos / Say
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