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King Khan: The Infinites Ones - Hilfe
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King Khan - The Infinites Ones

Cover von The Infinites Ones
King Khan
The Infinites Ones

Label Khannibalism
Erstveröffentlichung 30.10.2020
Format LP
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 17,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Interstellarer Space-Jazz von King Khan mit Marshall Allen & Knoel Scott vom Sun Ra Arkestra, sowie mit John Convertino & Martin Wenk von Calexico!

Vinyl only.

Wer sich wundert, wie euphorisch Kollege Detlev und ich regelmäßig über Veröffentlichungen im Kontext des Sun Ra Arkestra berichten (und wir sind uns nicht oft völlig einig!), sich mit dem durchgeknallten Space-Jazz des Meisters vom Saturn und seiner Jünger aber schwertut, sollte es hiermit versuchen. Denn auch Psychedelic-Soul-Punk King Khan erweist sich als großer Fan und liefert hier einen eigenen Zugang zu fremden Sound-Universen im Geiste Sun Ras wer hätte das gedacht! Statt exotisch gewürztem, schwitzigem Garage-Soul jetzt also Psychedelisch-Abgehobenes mit interstellarer Bläser-Verstärkung: Tatsächlich gastieren hier gleich zwei legendäre Arkestra-Veteranen, nämlich Marshall Allen und Knoel Scott. Allen ist übrigens stolze 96 Jahre alt und dank Space Jazz-Infusion topfit. Wie erwartet, gerät das Album trotz konsequent Arkestra-nahem Einstieg dann doch etwas zugänglicher und rocklastiger als das Original. Was man auch an den anderen berühmten Gästen erkennen kann, denn hier spielen auch John Convertino und Martin Wenk von Calexico mit. Die Trompete des letzteren klingt dann auch eher nach Mexiko und Morricone als nach fernen Galaxien, ohne deshalb gleich den spacigen Rahmen zu sprengen. Die zweite Albumhälfte bietet auch das eine oder andere moody Trompeten-Stück mit Filmscore-Qualitäten, an Miles Davis in unterschiedlichen künstlerischen Perioden erinnernd. Gesungen wird hier kaum, dafür dominiert die spacige Farfisa-Orgel, unterstützt von galaktischem Gebläse und generell großer instrumentaler Vielfalt. Mal mit psychedelischem Groove, mal recht abstrakt und klangforscherisch. Khan versteht das Album als Tribut an persönliche Helden wie Alice Coltrane, Rahsaan Roland Kirk, Bernard Herrmann, Ennio Morricone, Miles Davis, Sun Ra, John Carpenter und Quincy Jones. Als Arkestra-Freund und Khan-Sympathisant habe ich mit dem Album selbstredend viel Freude, im Zweifelsfall werden hier Spacejazzer aber besser bedient als partyselige Khan-Jünger. Erscheint auf King Khan eigenem Khannibalism-Label a true Labour of Love. (Joe Whirlypop)

King Khan himself:
"Manchmal kommt ein Kunstwerk unbeabsichtigt von einem Ort aus dem tiefsten Inneren der Seele. Es schlängelt sich und plumpst auf einen Tisch, setzt sich und wartet auf seine Geburt. Das Album beginnt mit "Waiting Till The Stars Burn", eine planetarische Ode an die Sonne. Der zweite Titel "Tribute to the Pharoahs Den", ist ein Requiem für Danny Ray Thompson (R.I.P.) von Sun Ra Arkestra, seine Musik und Erbe, das jetzt in der Unendlichkeit des Raums schwebt. Beide Titel wurden mit Marshall Allen und Knoel Scott von Sun Ra Arkestra eingespielt. Das Album endet mit einem Requiem für Hal Willner (R.I.P.), dessen Hingabe an das Zelebrieren des Seltsamen und Verrückten wie ein unstillbarer Durst war, der zu tiefer Introspektion und Freude an Harmonie und klanglicher Dissidenz führte. Diese Kompositionen stammen alle von diesem Ort in meinem bipolaren, seroquil gerittenen Geist. Es ist ebenso eine Hommage an die großen Komponisten, die mich inspiriert haben: Alice Coltrane, Rahsaan Roland Kirk, Philip Kelan Cohran, Bernard Herrmann, Ennio Morricone, Miles Davis, Sun Ra, John Carpenter, Quincy Jones, Old Bollywood, Film Noir, um nur einige zu nennen. In meinen 23 Jahren als Musikkomponist hatte ich die großartige Gelegenheit, mehrere Filme zu vertonen, die alle nie kommerziellen Ruhm erlangten. Diese Filme wurden aus dem Blut und Schweiß von Filmregisseuren und ihren Crews gemacht, die unermüdlich unglaubliche Dokumente schufen, die letztlich von der Menschheit ignoriert wurden. Aber das hat sie nie aufgehalten und wird mich auch nicht aufhalten. Diese Spuren sind von dem unendlichen Zelluloid, das tief in meinem Geist, meinem Körper und meiner Seele steckt. In meinem Leben hätte ich nie gedacht, dass ich den Tod von "Celluloid" oder "analogen Aufnahmen" erleben würde. Ich weigere mich, die Berichte der Gerichtsmediziner über die genannten Todesfälle zu akzeptieren. Hier ist also mein Angebot an den Kanon der filmischen Ouvertüren und der analogen Selbsterhaltung für die Filme in unseren Köpfen, die noch gemacht werden müssen." - King Khan

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