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Patrice Rushen: Remind Me: The Classic Elektra Recordings 1978-1984 - Hilfe
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Patrice Rushen - Remind Me: The Classic Elektra Recordings 1978-1984

Cover von Remind Me: The Classic Elektra Recordings 1978-1984
Patrice Rushen
Remind Me: The Classic Elektra Recordings 1978-1984

Label Strut
Erstveröffentlichung 19.07.2019
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 12,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Die perfekte Werkschau der goldenen Jahre. Einst hielt ich die Pianistin, Sängerin und Arrangeurin von der Westcoast ja irgendwie für zweite Liga-Soul. Immer eine Spur zu seicht, slick und poppig. Heute sehe ich das anders. Irgendwann fielen mir die beständigen Nennungen von Patrice Rushen in den Playlists maßgeblicher Funk- und Soul-DJs auf. Ich gab ihren Platten also eine zweite Chance und siehe da: ihre Musik ist großartig. Jedenfalls wenn man sich nicht von chromblitzend inszeniertem Disco-Funk abschrecken lasst, der gewollt radiotauglich, teils ein wenig jazzig ganz Kind seiner Zeit ist. Sie selbst nennt es absolut treffend „Sophisticated Dance Music”. Und in den späten 70ern und frühen 80er gaben eben Bands wie Earth Wind & Fire und Produzenten mit Jazz(rock)-Hintergrund wie Quincy Jones den Ton an gerade auch in den Charts. Und genau so klang Patrice Rushen während ihrer besten Jahre beim damals ja schon auf Abwärtskurs befindlichen Elektra-Label. Die Hippie-Zeit war damals längst passé, stattdessen regierte gewollt glatter Funk- und Disco-Groove, gerne auch im süßlichen Schnulzenformat. Patrice Rushen ist auch keinesfalls eine klassische Soulröhre, sondern intoniert mit erstaunlich dünner Stimme (für meinen Geschmack jedenfalls). Aber gerade darin liegt der Reiz. So kommen die üppigen Arrangements, oft mit kleinen Orchestrierungen, zur Geltung. Aber auch das dominante (E-)Piano. Grandios sind die Gitarren mit kleinen Chic-Licks und lässigem WahWah, auch der Bass handgespielt und sehr präsent, zeittypisch gerne geslappt. Am Auffälligsten sind diese Chorstimmen, oft auch nur die auf mehrere Spuren verteilte Stimme von Partrice, So entstehen lässigste Tanznummern zwischen Soul, Funk, Disco und ein wenig Jazzrock. Trotz üppiger Inszenierung aufs Allerfeinste arrangiert und extrem transparent in kristallklarem Sound. Das hat Patrice Rushen alles selbst gemacht und seinerzeit gab es nicht allzu viele Frauen, die im Studio die Fäden derart souverän in der Hand hielten. Die gelungene Werkschau des verdienten Strut-Labels bietet 15 Titel, dazu gibt es ein Interview und viele rare Fotos. Black Music-Freunde werden Vielgesampeltes wie „Givin' it Up Is Givin' Up“ ebenso goutieren, wie ihre dank “Men In Black”-Adaption bekannteste Nummer “Forgert Me Nots”. Kann man nicht besser machen. (Joe Whirlypop)

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