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CHERRY RED

Robert Finley: Goin' Platinum - Hilfe
hilfe

Robert Finley - Goin' Platinum

Cover von Goin' Platinum
Robert Finley
Goin' Platinum

Label Atlantic
Erstveröffentlichung 08.12.2017
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 16,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

17er. Wie bei diversen Kollegen des Retro-Soul kam nach Jahrzehnten des Musikmachens sehr spät (letztes Jahr) das Debut, mit 63. Und dieser Nachfolger ist ein Knaller! Schon die Stimme, absolut super! Gefühl, Autorität, Phrasierung, Atmosphäre, alles optimal angerauht, eine Wucht! Plus (1x) ein fabelhaftes Falsett. Dazu Top-Begleiter, Session-Legenden darunter, u.a. mit Duane Eddy, Gene Chrisman und Bobby Woods (beide z.B. für John Prine, Willie Nelson, Wilson Pickett tätig, ersterer auch für Elvis, Aretha, Johnny Cash, Al Green und Jake Bugg, Woods für Bobby Womack, J.J. Cale). Neben Saiten und Tasten gibt´s ein paar Mal Bläser (doch nur punktuell), und Glockenspiel? Aber er klingt anders als seine Retro-Soul-Kollegen, das fängt schon bei der Stilistik an: Klar, da gibt´s jede Menge Soul- bzw. eher R´n´B-Einfluß der späten, mittleren oder auch frühen 60er (mal eine kleine Prise Sam Cooke), zuweilen frühen 70ern. Manchmal ist der Bluesanteil deutlich erhöht. Anderswo (mehrfach) gibt es dezente Rockabilly-Anleihen! Oder es tauchen (recht oft) kurzzeitig Rock-Gitarren aus den 70ern auf (ab und zu eine Portion Reverb, mal etwas Fuzz), immer wieder zudem weibliche Backing Vocals 60´s-style (was etwas Pop-Flair mit sich bringt nicht nur dadurch, Phil Spector ist 1,2 Mal ebenfalls nicht soo weit weg), und hier und da eine Spur Swamp, kurz gar Doo Wop. Das alles in beständig wechselnden und gern (teils auch rhythmisch) unorthodoxen Kombinationen, groovend auf ganz natürliche unaufdringlich wirkende Art (sporadisch gar durchaus zeitgenössisch anmutend). Wobei die Stimme großteils den Soulanteil hoch hält. Die wichtigste Unterscheidung zu vielen seiner Kollegen ist jedoch die enorme Güte des Songmaterials, großartiger Stoff darunter, neben Originalen u.a. co-komponiert von Dan Auerbach (produzierte zudem), Nick Lowe, John Prine, Pat McLaughlin. Die einzige richtige Ballade z.B. (Holy Wine) ist einfach grandios. Aus Louisiana kommt er, Taj Mahal und Auerbach („He´s the greatest living soul singer“) sind große Fans. Und ich jetzt auch, ein superbes verblüffend frisch klingendes Werk! (dvd)

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