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Evan Parker: Near Nadir - Hilfe
hilfe

Evan Parker - Near Nadir

Cover von Near Nadir
Evan Parker
Near Nadir

Label Tzadik
Erstveröffentlichung 01.02.2012
Format CD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 15,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Der norwegische ECM-Trompeter Molvaer trifft auf den Berliner Techno-Minimalisten von Oswald – da versteigt sich die Promolyrik der federführenden Major-Plattenfirma gerne mal in Beschreibungen wie „Noirmusik“ und „Musik für Bars, für Fahrten im Nachtzug und über menschenleere Autobahnen“. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, denn den durchaus spürbaren Hauch von „Muzak“ umschiffen die beiden Routiniers auf souveräne Weise. Molvaers komplett freifließende, nein -schwebende Trompete klingt nicht nach Jazz, von Oswalds Beatstrukturen nicht nach Techno. Wobei ich das Album eher aus der Perspektive des Berliners höre, denn Moritz von Oswald hat mit seinen Produktionen als Basic Channel und vor allem Rhythm & Sound (übrigens zusammen mit Mark Ernestus, Ben Zabo-Remixer für Glitterbeat und zuletzt häufiger Gast auf diesen Seiten) ewigen Heldenstatus in meinem Herzen. Seine konsequent minimalistischen Beats grooven gemächlich, lassen ganz viel Raum und variieren elegant zwischen Dub und subtilster 4/4-Gradlinigkeit mit wohldosiertem Hall und Echo. Dass die freiwerdenden Räume jetzt eben nicht durch die jamaikanische Stimme von Tikiman aufgefüllt werden, sondern von einer „lyrischen“ Trompete, verleiht der geliebten Rhythm & Sound-Klangwelt eben eine neue Klangfarbe. Dabei hat das Album auch einige wenige experimentelle Momente, insgesamt dominiert aber ein in sich ruhender, extrem hypnotischer Groove. Vor vielen Jahren haben die Japaner Toshinori Kondo (Trompete) und DJ Krush mal etwas Ähnliches in HipHop fusioniert – bis heute ein immer wieder mit Genuss gehörtes Album. (Joe Whirlypop)