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Miles Davis: Siesta - Hilfe
hilfe

Miles Davis - Siesta

Cover von Siesta
Miles Davis
Siesta

Label Warner Brothers
Erstveröffentlichung 06.01.1987
Format CD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 5,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Die Musik zum Film mit Schmachthappen Ellen Barkin von 1987.
„Ist das gerecht? Marcus Miller schrieb die Stücke, spielte sie fast im Alleingang ein und wird auf dem Cover doch nur an zweiter Stelle genannt. Dabei stößt der schwarze Trompeten-Gott nur knapp 15 Minuten selbst ins Horn. Aber wie! So, daß sich die Klänge beim Hörer sofort in Bilder umsetzen. Gleich zu Beginn der Platte zaubert er mit wenigen unbegleiteten Tönen die Atmosphäre eines einsamen Strands. Aufbruchstimmung, Autofahrten, gedämpftes Hochgefühl, und Ängste: Wer diesem Soundtrack zuhört, sieht Menschen in Bewegung, sieht sie an Abgründen oder in engen Wegen, spürt wie die Gefahr in Türnischen oder hinter Bäumen lauert.
Diese Musik erzählt Geschichten - und das macht ihre Klasse aus. Obwohl das Team Miller/Davis durchaus Elemente der Filmmusik wie das Klirren von Klangstäben als Unheilsboten nutzt, mit aufsteigenden Baßlinien wohlige Gefühle erzeugt und sanftes Harfen-Pling-Plong gemütliche Kerzenlichtstimmung in düstere, verhaltene Klangwelten streut, lebt diese Musik nicht von Klischees. Dem spanischen Ambiente des Films "Siesta" angepaßt, entwickelten Miller/Davis für Teilstücke eigene, latinisierte Rhythmen, die sie - einschließlich Kastagnettenklappern - per Drumcomputer auf Band spielten. Nur in drei Titeln sind neben Miles'Trompete natürliche Instrumente zu hören: kurze Gitarrentakes von John Scofield und Earl Klugh, Schlagzeug von Omar Hakim und Flötentöne von James Walker. Trotzdem erinnert lediglich die Grundstimmung der Doppelnummer "Conchita/Lament" entfernt an Miles' letztes Werk, das ebenfalls auf Sound-Computern eingespielte "Tutu" (WEA CD 925 420-2). Eher weist die kühle Ruhe und der überlegene Umgang mit Stimmungen auf Miles Uraltwerk, die 1960 eingespielten "Sketches of Spain", zurück. Daß Miles Davis und Marcus Miller den "Siesta"-Soundtrack "Gil Evans - The Master" widmeten, ist deshalb mehr als eine nette Referenz; immerhin arrangierte dieser neben "Sketches" auch alle anderen coolen Orchesterwerke des Trompeters. Miles' wahre Meisterschaft besteht nicht zuletzt darin, sich die richtigen Partner zu suchen.“ (Stereoplay)

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