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Heldon: Interface (Heldon VI) - Hilfe
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Heldon - Interface (Heldon VI)

Cover von Interface (Heldon VI)
Heldon
Interface (Heldon VI)

Label Bureau B
Erstveröffentlichung 31.01.2020
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 14,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Knapp zwei Jahre nach der dankenswerterweise vom Bureau B-Label initiierten Wiederveröffentlichung der ersten vier Heldon-Alben kommt jetzt der nächste Schwung mit lohnenden Reissues. "Un Rêve Sans Conséquence Spéciale (V)", "Interface (VI)" und "Stand By (VII)" stammen aus den Jahren 1976 bis 79, ich greife hier willkürlich das mittlere 77er-Opus „Interface“ heraus. Damals klang das Projekt des Franzosen Richard Pinhas weit weniger elektronisch, als man nach der bisherigen Bandhistory vermuten durfte. Das sechste Heldon-Album orientiert sich zwar nach wie vor ein wenig an den Berliner Kollegen Tangerine Dream, verzichtet aber auf allen pittoresken Synthie-Kitsch, sondern kommt überraschend hart und schlecht gelaunt rüber. Das liegt vor allem an der teils richtig harschen und expressiv-feedbacklastigen Stromgitarre. Die hatte Edgar Froese zwar auch gelegentlich ausgepackt, bei Heldon wird die Grenze zum Noise aber entschlossener anvisiert. Elektronische Sequencer-Beats und klassische Moog-Sounds sind oft nur Ornament und werden von Rock-Drums und Noise-Gitarre an den Rand gedrängt bzw. schlicht übertönt. Dabei entsteht bei den längeren Tracks eine Art Science Fiction-Psychrock, der fast schon wieder an Ami-Bands wie Chrome anknüpft. Das kurze „Le Retour des Soucoupes Volantes“ ist flirrend-hypnotischer Space-Prog mit satter Rock-Erdung, Highlight ist der 19-minütige Titelsong ein wilder Ritt: noisig, spacig, krautig (Cans „You Doo Right“ als Referenz). Dagegen waren Tangerine Dream zeitgleich brave Schöntöner. Vielleicht lag es an der bereits aufgezogenen Punk- und New Wave-Epoche? Oder an Pinhas' legendärer King Crimson-Verehrung? So oder so, hier gibt es historisch Aufregendes zu entdecken. (Joe Whirlypop)

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