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Throbbing Gristle: Part Two: The Endless Not + TG Now - Hilfe
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Throbbing Gristle - Part Two: The Endless Not + TG Now

Cover von Part Two: The Endless Not + TG Now
Throbbing Gristle
Part Two: The Endless Not + TG Now

Label Mute
Erstveröffentlichung 13.12.2019
Format 3-LP
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 29,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Zweite Phase der Reissue-Offensive der britischen Avantgardisten: diesmal geht es um die Comeback-Phase zwischen 2004 und 2007. „Part Two: The Endless Not” entstand nach einer 23-jährigen Pause: Chris Carter, Peter Christopherson, Genesis P-Orridge und Cosey Fanni Tutti produzierten bereits seit 1974 später als extrem einflussreich wahrgenommene experimentelle Industrial- bis Noise-Entwürfe mit gewollter Schockwirkung. Musikalisch war das teils richtig harte Kost. Ein Vierteljahrhundert später klangen TG wesentlich zugänglicher, viele Tracks sind fast schon kontemplativ. Es beginnt zwar mit recht sperrigem und grobmotorischem Noise mit verfremdeten Stimmen und stampfendem Beat, völlig unfunky und ganz schön abgründig. Dann jagen sich aber die musikalischen Überraschungen: „Rabbit Snare“ ist eine echte Perle, mit Latenight-Piano und Trompete, jenseitiger Atmosphäre, traumhaft schön und beeindruckend vor allem Orridges intensiver, zerbrechlicher Gesang. Im Weiteren hören wir überraschend sanft pulsenden Ambient mit dunkler David Lynch-Atmosphäre, aber auch immer wieder Swans- und Residents-Anklänge, was vor allem an den intensiven und richtig schönen Vocals liegt. Die Musik gerät eher hypnotisch als apokalyptisch, statt beim harschen Noise landet man immer wieder bei fast schon psychedelischem Drone. Insgesamt ein konsequent eigentümlicher, seltsam hermetischer Trip und musikalisch wesentlich zugänglicher als das innovative Frühwerk. Aufgenommen 2004, erschienen aber erst 2007.
Das zweite Album nach dem Comeback (TG Now) besteht aus vier langen, getragenen und erstaunlich ausgeruhten Nummern von wiederum konsequent entspanntem Charakter. Dadurch nicht zwingend gefällig, aber doch wesentlich leichter zugänglich als in den frühen Jahren. Das Instrumentarium ist erwachsener geworden: so sorgt ein edles Vibraphon für verträumte Akzente, der Gesang ist ausdrucksstark und neigt zu (mäßig) theatralischem Storytelling. Der achtminütige Opener besteht dagegen aus organischem rhythmischen Pluckern, völlig statisch und angenehm beruhigend fast schon in Richtung Berliner Minimal Dub aus derselben Epoche. Highligt ist das 12-minütige „Splitting Sky“, an sich ein gechillter Trip, die Sprechstimme von Orridge aber mit denselben Effekten verzerrt, die die frühen Produktionen so bösartig erscheinen ließen. Bei aller innerer Ruhe der Inszenierung ein sehr intensiver Trip in die Dunkelheit. Die vier Tracks entstanden ebenfalls 2004 als auf 3000 Exemplare limitiertes Album, das speziell für ein eigenes TG-Festival aufgenommen wurde.

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