John Cale: Mercy (lim. ed. Transparent Violet Vinyl) - Hilfe
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John Cale - Mercy (lim. ed. Transparent Violet Vinyl)

Cover von Mercy (lim. ed. Transparent Violet Vinyl)
John Cale
Mercy (lim. ed. Transparent Violet Vinyl)

Label Domino
Erstveröffentlichung 20.01.2023
Format 2-LP+DLC
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 31,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Strikt limitiertes, farbiges Doppel-Vinyl im Gatefold cover, mit bedruckten Innenhüllen und Downloadcode.

John Cale kündigt "Mercy", sein erstes neues Album mit eigenen Songs seit einem Jahrzehnt an.

Wieder einmal hat Cale die Art und Weise, wie seine Musik gemacht wird, klingt und sogar funktioniert, neu definiert. Sein fesselndes 12-Track-Album "Mercy" bewegt sich durch echte Dark-Night-of-the-Soul-Elektronik hin zu verletzlichen Liebesliedern und hoffnungsvollen Überlegungen für die Zukunft. Trump und Brexit, Covid und der Klimawandel, Bürgerrechte und Rechtsextremismus - Cale ließ die schlechten Nachrichten des Tages in seine Zeilen einfließen, ob das nun bedeutete, über die Souveränität und den rechtlichen Status des in polnähe schmelzenden Meereises nachzudenken oder über die ungelenke Bewaffnung der Amerikaner.

Für "Mercy" hat Cale einige der neugierigsten jungen Köpfe der Musikwelt um sich versammelt: Animal Collective, Sylvan Esso, Laurel Halo, Tei Shi, Actress. Sie sind nur ein Teil der erstaunlichen Besetzung hier, brillante Musiker, die in Cales vollendete Vision der Welt hineinklettern und ihm helfen, sie neu zu gestalten.

Unser Rezensent hat's gehört:
Nach einer Ewigkeit ein neues Studio-Album, 72 Minuten lang, 12 Songs, fast alle über 5 Minuten. Ich dachte anfangs, was soll ich denn damit anfangen (was mit der dominierenden Klangfärbung durch die allgegenwärtigen Synthies zu tun hat, teilweise auch mit der Rhythmik), aber WIE er das bewerkstelligt, sorgt für eine schnelle Eingewöhnung, inklusive beinahe hypnotisierender Momente. Vieles wirkt sehr zeitgenössisch, darunter diverse Beats (in auch betont langsamer oder zurückhaltender/sachter Form), einige Stücke lassen sich als eine Art „Modern (Groove) Electro Pop“ einordnen, oder als eine zeitgemäße Form des elektronischen Art Pop, andere beinhalten gewisse in den 80ern gründende Synth (Wave) Pop-Anleihen (freilich deutlich aktualisiert) oder sogar 70s-Songwriter-Pop-Einfluß (allerdings komplett und massiv modifiziert, im Sound eher heutig), im Grunde ist es egal, die Umsetzung trägt eine eigene Handschrift. Neben den Synthies (von Teppichen, Flächen bis Wolken) gibt es mehrfach Streicher, gelegentlich eine bearbeitete E-Gitarre sowie Piano, zudem nicht wenige weibliche Duett- und „undefinierbare“ Backing-Vocals (überhaupt üben so einige Vokal-Arrangements einen beträchtlichen Reiz aus, gewöhnlich ziemlich unorthodox gestaltet, seine eigene Stimme bewegt sich gern in relativ weiten Räumen, teils leicht verfremdet). Sanft umhüllende wie kalte Sounds, Phasen von Ambient-Electronica wie dezente „neuzeitliche“ Industrial-ähnliche Einwürfe bzw. punktuelles unheimliches Störfeuer, geniale Synth- (Streicher-) Schichtungen, ein bischen (wunderschön) sphärisch manchmal, kurzzeitig ein dunkles unterschwelliges Rumoren, das für etwas mehr Dynamik sorgt, ein Hauch Mystik oder abgründige Düsternis, tief sitzende Melancholie, für Sekunden Avantgarde-Elemente, Dramatik. Es gastieren Weyes Blood (effektiv und eindrucksvoll!), Laurel Halo, Actress, Sylvan Esso, Tei Shi, und Animal Collective. (detlev von duhn)

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