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Leslie Winer - When I Hit You - You'll Feel It

Cover von When I Hit You - You'll Feel It
Leslie Winer
When I Hit You - You'll Feel It

Label Light In The Attic
Erstveröffentlichung 10.09.2021
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 16,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

"When I Hit You - You'll Feel It" ist eine Anthologie mit 16 Titeln, die die außergewöhnliche Arbeit der Musikerin, Dichterin und Autorin Leslie Winer feiert.

Die Sammlung umfasst Winers drei Jahrzehnte andauernde musikalische Karriere: von ihrer bahnbrechenden Soloarbeit in den frühen 90er Jahren bis hin zu ihren neuesten inspirierten Projekten. Mit musikalischen Beiträgen von Jon Hassell, Helen Terry, Jah Wobble, Renegade Soundwave's Karl Bonnie und anderen, wirft die Sammlung auch ein Schlaglicht auf Winers vielfältige Kollaborationen, fördert bisher unveröffentlichte Aufnahmen zutage und wurde von dem GRAMMYr-nominierten Toningenieur John Baldwin neu gemastert.

Das Album enthält ein neues Interview mit Winer, aufgenommen vom Co-Produzenten der Compilation, dem renommierten Autor und Kritiker Wyndham Wallace.

Abgerundet wird das Paket durch einen aufschlussreichen Essay des preisgekrönten Schriftstellers und Gelehrten Louis Chude-Sokei und eine originelle Cover-Collage des renommierten britischen Fotografen und Künstlers Linder, mit Fotografien von Mondino und Design von Designer Christopher Shannon. Musiker, Dichter, Bilderstürmer, Model, Künstler, Rätsel.

Leslie Winer ist viele Dinge. Sie wuchs in Boston mit einem unersättlichen Appetit auf Musik und das geschriebene Wort auf und begeisterte sich in den 70er Jahren für die lebendige Jazz- und Folkszene der Stadt. Als sie für die Kunstschule nach New York zog, schloss sie eine unwahrscheinliche Freundschaft mit dem Schriftsteller und Künstler William S. Burroughs und lebte zeitweise mit Jean-Michel Basquiat zusammen. In London, wo Winer ernsthaft mit ihren musikalischen Unternehmungen begann, war sie Stammgast in Leigh Bowerys Underground-Club Taboo, wo sie viele ihrer Mitstreiter traf, darunter den Filmemacher John Maybury, Kevin Mooney (von Adam and the Ants) und Boy George.

Winers auffälliges Aussehen zog auch Modedesigner und Fotografen an. In den frühen 80er Jahren war sie ein gefragtes Model - sie erschien in Kampagnen für Valentino, Christian Dior und Yohji Yamamoto und diente als Muse für einen jungen Jean-Paul Gaultier, der Winer später als "das erste androgyne Model" bezeichnete. Sie posierte für Helmut Newton, Irving Penn und Pierre Et Gilles und zierte die Cover von The Face, der französischen und italienischen Ausgabe der Vogue und Mademoiselle. Doch ihre wahre Leidenschaft galt der Musik, und Anfang der 90er Jahre war sie unwissentlich Mitbegründerin des heute als Trip-Hop bekannten Genres.

Auf ihrem Debütalbum Witch mischte Winer meisterhaft das ungehemmte Sampling des frühen Hip-Hop mit Dancehall-Basslines und programmierten Beats, während sie hypnotisierenden - und kühl-distanzierten - Spoken-Word-Gesang in ihre Ambient-Tracks einflocht. Es war unorthodox auf die köstlichste Weise. Obwohl Witch bereits 1990 fertiggestellt wurde, sollte es aufgrund der Launen von Winers Label erst drei Jahre später veröffentlicht werden. Zu der Zeit, als das Album das Licht der Welt erblickte (veröffentlicht unter dem Pseudonym "C"), gewann Trip-Hop durch Acts wie Portishead, Massive Attack und Madonna an Mainstream-Traktion. Obwohl Winer schließlich eine breitere Anerkennung erfuhr (was den NME dazu veranlasste, ihr die zweifelhafte Auszeichnung "The Grandmother of Trip-Hop" zu verleihen), blieb Witch zunächst weitgehend unbemerkt. Winer nahm weiterhin Platten auf, unbeeindruckt von der schwer fassbaren Natur des Mainstream-Erfolgs im modernen Musikgeschäft. Ihr Netzwerk von inspirierten Kollaborateuren wuchs und expandierte weiter, doch ihr Einfluss blieb weitgehend ein Geheimnis, außer für die Eingeweihten, wie Grace Jones und Sinead O'Connor, die ihre Songs coverten.

In der modernen Ära ist es schwer, eine Künstlerin zu finden, die die kreativen Grenzen so weit hinausschiebt wie Winer. Und doch ist ihr Werk auch drei Jahrzehnte nach ihrem revolutionären Debüt noch genauso verblüffend und frisch.

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