Ulrich Schnauss / Mark Peters: Destiny Waiving - Hilfe
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Ulrich Schnauss / Mark Peters - Destiny Waiving

Cover von Destiny Waiving
Ulrich Schnauss / Mark Peters
Destiny Waiving

Label Bureau B
Erstveröffentlichung 24.09.2021
Format LP
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 19,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Als Ulrich Schnauss, geboren und aufgewachsen in Kiel, vor nunmehr zwanzig Jahren sein Debütalbum veröffentlichte, galt er als Electronica-Wunderkind. Mit seiner zweiten Platte, "A Strangely Isolated Place", konnte er seinen Ruf als musikalischer Pionier und Künstler, der die Menschen mit seiner Musik scheinbar mühelos zu begeistern versteht, weiter festigen. Im Jahr 2014 schloss er sich Tangerine Dream an, nachdem er deren Arbeit schon sein ganzes Leben lang mit großer Bewunderung verfolgt hatte. Mit ihm ist auch die kreative Wiederauferstehung der Band verbunden, die sich 2017 in ihrer erfolgreichsten Neuerscheinung seit über dreißig Jahren, dem Album "Quantum Gate", niederschlug. Die musikalische Entwicklung des Liverpooler Gitarristen Mark Peters weist zahlreiche Parallelen mit Ulrichs Werdegang auf. Als Gründer und Songschreiber der Dream-Pop-Band Engineers zeichnet er für mehrere Alben verantwortlich, die nicht nur wunderschön sind, sondern auch das Feld der Ambient Music und der Soundeffekte ausgiebig erkunden. 2017 veröffentlichte er sein erstes Soloalbum, "Innerland", das auf BBC6 Music begeistert gefeiert und später in die Top Ten der besten Rough-Trade-Alben des Jahres 2018 aufgenommen wurde. Mit "Destiny Waiving" bringen die beiden Künstler eine Trilogie zum Abschluss, die 2011 mit "Underrated Silence" begann, gefolgt von "Tomorrow Is Another Day" im Jahr 2013. Damals schloss Schnauss sich auch den Engineers an. Die ersten Aufnahmen für das dritte Album entstanden bereits Anfang 2017 in Ulrichs Heimstudio in East London. Trotz des erweiterten Konzeptionshorizonts wurden die meisten Tracks noch im selben Jahr fertiggestellt, teilweise mit Hilfe improvisierter Passagen von Live-Shows aus London, Dublin und der St. James' Church in Birmingham, die im Rahmen des Seventh Wave Electronica Festivals entstanden waren. Dennoch dauerte es bis Ende 2020, bis die Produktion des ganzen Albums abgeschlossen war. Obwohl "Destiny Waiving" sich an vielen Stellen auf neues, unbekanntes musikalisches Terrain wagt, ist es die vielleicht konzentrierteste und prägnanteste Arbeit der Trilogie geworden. Der Tonfall wechselt ständig zwischen düsterer Vorahnung und sprühendem Optimismus und verleiht dem Album so jene Atmosphäre, die die Zusammenarbeit dieser beiden Künstler so unverwechselbar macht. Während sich in Titeln wie "The Supposed Middle Class" eine akute Sorge um die Gesellschaft als Ganzes ausdrückt, zeigen sich viele der anderen Kompositionen und Arrangements deutlich differenzierter. Dieses inhärente Gleichgewicht, das sich in den Titeln "Chiaroscuro" und "Clair-Obscur", aber auch in den wechselnden Stimmungen innerhalb der Tracks nieder- schlägt, prägt die Chemie zwischen diesen beiden Künstlern entscheidend mit. Auf jede rauschhafte Steigerung ("Hindsight is 20/20", "Circular Time") folgt ein kontemplativer Konter mit Tracks wie "Words Can Be Dismissed", "So Far" oder "The Moment". Die globale Situation im Jahr 2021 ist, das haben wir inzwischen bis zum Überdruss zu hören bekommen, alles andere als ideal, aber vielleicht ist es ja ein Trost, dass Ulrich und Mark mit "Destiny Waiving" ihrer Bestimmung treu geblieben sind und ein Werk von unbestreitbarer Itensität und unendlicher Eindringlichkeit geschaffen haben.

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