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GLITTERHOUSE

Sivan Talmor: Immigrants Of Lace - Hilfe
hilfe

Sivan Talmor - Immigrants Of Lace

Cover von Immigrants Of Lace
Sivan Talmor
Immigrants Of Lace

Label Optical Records
Erstveröffentlichung 23.08.2019
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 14,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Von Israel kommend dringt diese (mir) neue, höchst entdeckenswerte, wunderbar wandlungsfähige und gleichermaßen gefühl- wie ausdrucksvolle Stimme direkt unter unsere Haut, den verblüfften Lauscher bereits bei erster Berührung becircend, um dann bei wiederholtem Wiederhören immer nachhaltiger, tiefer, bleibender zu wirken. Das dritte Talmor-Vollwerk überfällt, überrascht und überwältigt den hiesigen, völlig unvorbereiteten Hörer auf mehreren Ebenen, betört es doch nicht nur eine beeindruckende Protagonistin, sondern auch durch die gleichzeitig gefällige und ebenso einfühlsam wie kunstvoll konstruierte Album-Architektur und durch eine stilistische Vielfalt, die bei aller köstlichen Lust an der Abwechslung, am Austesten von Möglichkeiten nie den wohlklingenden Grundton des Werkes aus den Augen oder Ohren verliert. Gerade aber dem Glitterhouse zugetane Musikkenner werden hier ihre Vergleichs- und Wiedererkennensfreude auskosten können, weckt doch die mal sanfte schmeichelnde, mal schneidend starke, eben noch Brandi Carlile-gleich wild-romantisch schwelgende, dann Kate Bush-nah elfische Höhen erklimmende Stimme zwischen gelassen-gefühlvoller Cat Power Folk-Filigranarbeit, ausschweifender Lana Del Rey-Dramatik und bös verzerrten Jack White-Saiten-Attacken allerhand Erinnerungen an Künstler, die in den vergangenen Jahren unser Label schmückten und schmücken. Zwischen schneidendem Gitarren-Twang und schummriger Orgel hört man Andrea Schroeders Liebe zu düsteren Momenten, ein ungemein zerbrechlich zartes Duett mit Avishai Cohen's Trompete ruft die dezent-delikaten Chantal Acda-Ausflüge in Jazz-Gefilde in den Sinn, weich warme, betörend eingängige Gesangsmelodien lassen an herbstlich goldene Sunhouse-Weisen denken, und während eben noch Hugo Race-gleich Desert Drone den Gitarrenton deftig drohen lässt, versöhnt schon wieder eine feinfühlige Folk-Pop-Note, deren Steiner & Madlaina-Nähe fast körperlich spürbar ist. Und so entsteht zwischen dunkel-dramatischer, episch-großer Pop-Geste und berauschend mitreißendem Independent Rock, dezent elektrischen Klang- & Rhythmusspielereien und handfest polternd-peitschendem Schlagwerk, zwischen elysischen Elfen-Wohlfühlhöhen, blumigem 60's Pop und schmierig-schmutzigem Rock'n'Roll-Keller, zerbrechlichen Akustik-Folk-Feinheiten und unwiderstehlich Funk-Groove-infizierten Einladungen zum Tanz ein derart vielschichtiges Singer-Songwriter-Pop-Panoptikum, dass man aus dem ehrfürchtig emotionalen Staunen nicht mehr herauskommt. Neben zehn reif-verspielten Talmor-Originalen gibt's es noch ein berührendes Summer Son-Cover, das sich nahtlos einfügt in ein berauschendes Vollwerk, welches auch unser Label nachhaltig geschmückt hätte. So bleibt mir nur, dem IMU Records-Label nahezu neidlos zu dieser einmaligen Entdeckung zu gratulieren. (cpa)

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