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Die Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen: Fuck Dance, Let's Art! - Hilfe
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Die Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen - Fuck Dance, Let's Art!

Cover von Fuck Dance, Let's Art!
Die Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen
Fuck Dance, Let's Art!

Label Tapete
Erstveröffentlichung 23.08.2019
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 13,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Ich höre sie schon wieder mäkeln, die Pfennigfuchser und Minutenzähler, die angesichts einer guten halben Stunde Spielzeit beginnen, von Preis-Leistungs-Verhältnis und Nepper-Schlepper-Bauernfängerei zu lamentierten. Abgesehen davon, dass Länge nur sehr selten ein echtes Qualitätsmerkmal war und ist, so kann man die wahre, innere, bleibende Größe eines Meisterwerks sicherlich nicht an solch profanen Maßeinheiten festmachen. Und seien wir ehrlich wie es diesem kunstsinnigen Quintett einmal mehr gelingt, andererwärts völlig ignorierte Glanzlichter des Alltags von der einzig wahren Liebe zu sich selbst bis hin zum tragischen Ende des vertrauten Matratzenspezialgeschäfts mit außerordentlichen Abenteuern einzigartiger Einzelgänger vom letzten großen Bohemian bis hin zum rosenzüchtenden Ruheständler des aufregenden Agentengeschäfts auf eine gefühlsgewaltige Geschehensebene zu heben, und dabei mit einer sprachlich gelassenen Eleganz zu brillieren, die sich nicht in großartigen Titeln wie Hässlich Und Faul, Musik Und Der HSV oder Fuck Dance, Let's Art erschöpft, sondern bis in die letzten Textenden wirkt (Wo sind Verkäufer und die Matratzen jetzt nur hin?), ist nicht nur eigensinnig, sondern einzigartig. Aber es ist nicht allein die inzwischen geliebt-gewohnte Alltags-Sprachgewandtheit, die das erfrischende 2019er Vollwerk auszeichnet, vielmehr scheint die musikalische Macht des bewandert-beweglichen Fünfers von Album zu Album zu wachsen, wird hier in gut 31 Minuten doch ein makellos dargereichtes, durchweg mitreißendes stilistisches Feuerwerk zelebriert, dass DLDGG wie einen einsamen Kreativ-Kometen am hiesigen Power-Soul-Pop-Himmel leuchten lässt. Die erschreckend eingängigen Texte in packende, zum Mitsingen mitunter nahezu zwingende Melodien gegossen, nutzt die Instrumental-Abteilung zahllose Möglichkeiten der in- und ausländischen Pop-Musikgeschichte der vergangenen ca. 60 Jahre, um zeitlose Tanz- & Kunst-Diamanten zu formen. Mit bestens beherrschtem Saiten-, Schlag- und vor allem Tasten-Werk wird hier ein atemlos stilvoll gemischtes Pop-Potpourri zwischen Power-Pop und Punk, grimmiger Garage und großer Gala-Geste, geselligem Pub Rock und zickigem Funk, groovendem Soul und peitschendem Sixties-Soundtrack gezaubert, der schon beim ersten Hörgang schwindeln lässt. Ihren handwerklichen Höhepunkt aber findet die musikalische Meisterschaft des quietschfidelen Quintetts in zwei Instrumentals (Escape From Martinique und das genial-großartige Titelstück), die mich jetzt von dem ersten Sixties-Space-Spionage-Thriller-Soundtrack der DLDGG-Geschichte träumen lassen. Gekrönt von einer Cover-Gestaltung, die Geist, Gelassenheit und wahre Größe in sich vereint, hält man hier ein echtes Meisterstück in den Händen, ein wertvolles Werk, das geistigen Kleinkrämern wenn nicht gleich das Fürchten, so doch das Schweigen lehren wird. (cpa)

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