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Frollein Smilla: Freak Cabaret - Hilfe
hilfe

Frollein Smilla - Freak Cabaret

Cover von Freak Cabaret
Frollein Smilla
Freak Cabaret

Label T3 Records
Erstveröffentlichung 03.05.2019
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 12,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Manche Alben sind derart prall gefüllt mit mitreißender Musikalität, dass der vage Versuch des verbalen Festhaltens einfach nicht gelingen will. Das schillernd-sprühende Wunderwerk des vielköpfigen Projektes um die Schwestern Desna und Emilia Wackerhagen begleitet mich seit Monaten, erfüllt meine Gedanken mit leuchtenden Farben und lächelnder Freude, aber es will sich schlicht nicht in Worte fassen lassen. Frollein Smilla liebt die Fülle, die stilistische, die instrumentale, selbst die sprachliche, sie lebt die Abwechslung, und auch an Tempo-, Dynamik-, Harmonie- und Rhythmus-Wechseln herrscht kein Mangel; was sie nicht mag, ist die Reduktion auf einen normalen Nenner. Zudem wird auf dem zweiten Vollwerk derart die hohe Kunst der Musikalität zelebriert, dass jeder, der je ein Instrument aktiv in der Hand hielt, seine helle Freude haben wird. Piano, Akkordeon und vielschichtiges Gebläse, Streicher, einfühlsam-energisches Schlagwerk, akustische und elektrische Gitarren und Bässe werden mit viel Gefühl und noch mehr Können mit reichhaltigem Leben erfüllt, gekrönt von den betörend-herzhaften Harmonien des Geschwister-Gesangs, die ihre mitunter zum Verwechseln verwandten Stimmen in Englisch, Deutsch und Spanisch strahlen lassen. Und so geht es mit Wucht und Verve quer durch Soul und filigranen Funk, Big Band-, New Orleans- und verrauchten Club-Jazz, Art-Rock, Balkan-Beat und Latin-Grooves, berührende Ballade, akustischen Folk und charmanten Chanson, wechselt mitunter vom einen zum nächsten Moment vom stählern strahlenden Breitwand zu intimer, unter die Haut schneidender Gefühlstiefe, um gleich darauf wieder mit Erfolg zum Tanz zu laden. In den 13 Song-Eigenheiten spürt man den frühen Lindenberg ebenso wie die späte Dota, die Wärme des ersten Boy-Albums, die wilde Weite eines Goran Bregovic-Soundtracks und die Harmonieliebe der Beatles, man verliebt sich in vielsprachig gemalte, berührende Wortgemälde und ergötzt sich an einem vor faszinierender Phantasie überquellenden musikalischen Füllhorn, das das beeindruckend begabte Oktett sicherlich ebenso auf der großen Bühne wie an der nächsten Straßenecke ausgießen kann. Eine echte Entdeckung, die das Oft-, Dauer- und Immerwiederhören belohnt. (cpa)

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