Stereolab: Switched On Vol. 1 - 3 (rem.) - Hilfe
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Stereolab - Switched On Vol. 1 - 3 (rem.)

Cover von Switched On Vol. 1 - 3 (rem.)
Stereolab
Switched On Vol. 1 - 3 (rem.)

Label Duophonic
Erstveröffentlichung 28.09.2018
Format 4-CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 26,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Stereolab - Switched On
Gleich dreifach beglücken uns Stereolab per Reissue. Warum man sich ausgerechnet auf drei Compilations beschränkt, war mir erst nicht ganz klar. Aber die drei frisch gemasterten Werke aus den 80er sind quasi als Serie gedacht, „Switched On Vol. 1-3“. Die erste „Switched On“-Zusammenstellung erschien einst 1992 beim feinen Too Pure-Label und besteht aus den frühesten und vielleicht auch besten Singles der Band von Laetitia Sadier und Tim Gane. Damals waren sie noch recht spacig-indierockig und erlaubten sich Späße, wie ihren 7-Inches ein Stück Kaugummi beizulegen. Das mittlerweile gesuchte Sammlerstück steht auch noch irgendwo in meinem Plattenschrank. Der Sound ist oft hypnotisch und gewollt monoton, vor allem die Orgel gerne mit psychedelischen Reverb-Effekten verziert. Spaciges Blubbern durchzieht gleich mehrere Songs, Stereolab verzichten aber auf die notorisch stumpfe Härte von gängigem Spacerock. Viel mehr dominiert hier eine sixtiesbasierte Leichtigkeit. Vor allem Laetitia Sadiers oft gedoppelte Vocals klingen angenehm nach sonnigem Bubblegum-Pop. Aber auch Krautiges ist hörbar, allerdings in der leichten und luftigen Variante. Erwähnte ich Velvet Underground als Einfluss? Und Nico? Grandiose Nummern wie "Super-Electric" haben sogar einen mächtigen fuzzigen Wumms zu bieten, den die Band später kaum mehr erreicht hat (wollte man ja auch nicht). Die Gitarre in „Brittle“ klingt sogar eher wie The Jesus & Mary Chain. Das ist auch heute noch richtig mitreißend. Essentielle Wiederveröffentlichung für Zuspätgeborene des Frühwerks einer bis heute extrem einflussreiche Band.

Stereolab - Refried Ectoplasm
Die zweite „Switched On“-Compilation hieß 1995 “Refried Ectoplasm” und zeigt die Band am Höhepunkt ihres Schaffens, wie ich finde. Hier werden 13 Singles und rare Tracks aus den Jahren 1992 bis 95 versammelt, die den klassischen Stereolab-Sound repräsentieren. Teils ganz schön heavyspacig, immer deutlich auf den Spuren von Velvet Underground. Mit Einton-Orgel und mächtigen Bassriffs, die für den psychedelischen Drive sorgen. Darunter ist auch mein absoluter Stereolab-Favorit „French Disko“, einst nur als B-Seite einer 10-Inch zu haben. Was für ein Song, gradlinig, stoisch, eingängig. Fast schon Richtung Spacemen 3, aber eben mit den zarten französischen Vocals von Laetitia Sadier. Hammer. Ab Mitte der 90er wurde es dann etwas zerfaserter und experimenteller. Erster Zeuge dieser Phase ist das etwas ausufende „Animal Or Vegetable“, arty angeprogt, dennoch Stereolab pur. Hier aber trotzzdem mit noh hoher Hitdichte und wiederum alles frisch gemastert.

Stereolab Aluminium Tunes
Teil drei der „Switched On“-Compilation-Reihe kam 1998 unter dem Titel „Aluminium Tunes“ mit satten 25 Songs auf den Markt: Singles, B-Seiten, Rares & Verstreutes. Das Oeuvre aus den mittleren 90ern war stilistisch offener: Streicher, Bubblegum-Pop, Chanson, Bossa, Lounge-Sounds und Psychedelia, vermischen sich zu retrofuturistischen Pop-Kleinoden. Kraut- und Spacerock fanden eher am Rande statt Tunes wie das Orgelmonster „Melochord Seventy-Five“ rocken ausnahmsweise aber noch wie früher. Ansonsten reichen die Assoziationen aber eher von Morricone bis Brian Wilson, von Claudine Longet bis High LLamas. Luftig und leichtgewichtig, mit vielen textlosen Dabadabada-Vocals. Oder ein bisschen Richtung Ambient und Soundtrack, also eher ziellos mäandern, ohne echte Songstrukturen, was mir bei Stereolab aber ganz besonders gut gefällt. Sadier gefällt sich mehr denn je als Wiedergeburt von Astrud Gilberto, hier in ein gelungenes Jobim-Cover mündend („One Note Samba / Surfboard“) mit Flötensolo! Noch besser: das entspannte „Get Carter“-Cover mit lässigem E-Piano zu mächtigem Fender-Bass, grandios. (Joe Whirlypop)

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