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Nile Rodgers & Chic: It's About Time - Hilfe
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Nile Rodgers & Chic - It's About Time

Cover von It's About Time
Nile Rodgers & Chic
It's About Time

Label EMI
Erstveröffentlichung 28.09.2018
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 16,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Nach einem Vierteljahrhundert ein neues, naja, Chic-Album? Natürlich ist dies ein Nile Rodgers-Soloalbum, nachdem Bernard Edwards und Tony Thompson ja bereits vor vielen Jahren verstarben. Auch Rodgers hatte eine Krebserkrankung zu überstehen, steht spätestens seit seinem überraschenden Comeback mit Daft Punk („Get Lucky“) aber wieder voll im Saft. Mit 66 Jahren legt er jetzt dieses Album vor, für das die Zeit einfach reif war. Ich erwähnte es wohl schon das eine oder andere mal: Rodgers ist einer meiner absoluten Lieblingsgitarristen, den unverwechselbaren Sound seiner weißen Strat erkennt man auch in den banalsten Disco-Produktionen. An seinen zugegeben immer gleichen Funk-Licks kann ich mich aber eben nicht satthören, ganz ähnlich bei Vorgängern wie Johnny Guitar Watson. Beides keine Virtuosen, aber eben Gitarristen mit ganz eigenem Sound, an dem man auch nichts mehr verbessern muss. Auch das neue Album beginnt mit einem unnachahmlichen Gitarren-Lick, wie sie Rodgers wahrscheinlich in jeder Lebenslage locker aus dem Ärmel schütteln kann. Die Bassdrum ist im Vergleich zu früher etwas dominanter geworden, die Girl-Vocals und der Vibe treffen aber durchaus den klassischen Chic-Style aus den späten 70ern. Im Weiteren wird diese Disco-Funk-Basis aber für meinen Geschmack etwas zu sehr modernisiert. Kleine Raps im Pharrell-Stil sind eher kein Problem, auch Gastsängerin Lady Gaga schlägt sich beim recycelten Klassiker „I Want Your Love“ wirklich hervorragend. Die meisten der gastierenden Promis jüngerer Generation klingen etwas beliebig (auch mal mit Autotune, tja), Elton Johns Beitrag geht erwartungsgemäß richtig in die Hose. Ein sich der Gegenwart etwas weniger anbiedernder Sound hätte mir besser gefallen, Daft Punk machten vor fünf Jahren doch mit dem größten Erfolg vor, wie das klingen muss. Zwar orientiert sich Rodgers gerne an den 80ern und frühen 90ern (Teddy Riley), aber eben nicht genug an den 70ern immerhin firmiert das Werk ja als Chic-Album. Dennoch: ein großer Held kehrt motiviert zurück. Muss ich irgendwann dann doch noch live erleben. (Joe Whirlypop)

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