Susanna: Wild Dog - Hilfe
hilfe

Susanna - Wild Dog

Cover von Wild Dog
Susanna
Wild Dog

Label Rune Grammofon
Erstveröffentlichung 25.05.2012
Format CD
Leider nicht verfügbar.
Rezension

Verwirrend-verführerisches Feenwerk aus dem hohen Norden, bereits achtes Werk der eigensinnigen Meisterin des Magical Orchestras, die ihr sturmumweht-düster-betörendes Wohlklang-Konzept noch weiter verfeinert hat. Wie eine einsame Wald-Wanderung in dunkler skandinavischer Nacht führen die 10 Songs den fühlenden Hörer an die Grenzen von Seele und Verstand, während sirenenhaft verführerische Stimmen die Sinne tröstend umspinnen. Nahezu unbemerkt hat die nebelhauchende Fürstin des zart durchbrochenen Feinklangs – die uns einst vor allem durch ihre verzaubernden, fast unirdischen Cover-Versionen ins Blick- und Hörfeld schlich – dabei ihre eigene Songwriting-Kunst vervollkommnet, und beeindruckt auf dem 2012er Vollwerk ganz und gar mit originalen Eigenheiten, die ähnlich verwunschen verweht durch die Sinne toben, von dynamischen Höhen und Tiefen leben, in solitärer Kargheit wie in von angerauhten E-Gitarren belebter P.J. Harvey-Wucht gleichermassen unter die Haut schneiden. Dabei steht die Heldin mit ihrer schmeichelnden Stimme und ihrem perlenden Piano-Spiel im Mittelpunkt des bewegt-bewegenden Geschehens, hält verzaubernd dem Kate Bush-Vergleich stand, um ihn gleich wieder abzustreifen, berührt durch Feist‘schen rauchigen Hauch, taucht in schwelgerisch-trostlose Leonard Cohen-Gefühlsabgründe, betört mit düster-bunter Fiona Apple-Phantasie, schmerzt in schneidender Oldham-Intensität und überrascht mit von verzerrten E-Gitarren angerauhter PJ Harvey-Energie. Die 10 magisch-mystischen Weisen sprühen selbst in den kargsten Momenten vor unterschwelligem Fieber, vor kreativer Kraft und sind ähnlich alltagsfern wie ihre vielgepriesenen Fremdwerk-Versionen, berühren aber umso mehr, da hier das ganze Herz der Susanna zu spüren ist. Das ihre zur Schaffung einer ganz eigenen Musik-Sprache des schönen Schmerzes trugen die festen Trio-Partner Emmett Kelly (Gitarren & Gesang/Bonnie Prince Billy) und Jeremy Gara (Schlagwerk/Arcade Fire) als Mit-Nachwanderer bei, weitere Gäste wie Jo Berger Myhre, Helge Sten und Shahzad Ismaily sorgen für die faszinierende Füllung eines tiefen, in dunkel-dräuhende Töne gegossenen Traumes, der Dank des elysischen Gesangs immer genügend Raum für Licht und Hoffnung birgt. (cpa)

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