Jazzanova: Of All The Things - Hilfe
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Jazzanova - Of All The Things

Cover von Of All The Things
Jazzanova
Of All The Things

Label Verve
Erstveröffentlichung 24.10.2008
Format CD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 8,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Nach Unmengen von Remix-Sammlungen und DJ-Sets ist dies nun der zweite reguläre Longplayer des Berliner DJ- und Produzentenkollektivs nach „In Between“ von 2004. Wenn man es nicht wüsste, würde man der Musik diese Herkunft allerdings kaum zutrauen, denn „Of All The Things“ ist definitiv kein DJ-Album geworden, sondern eine perfekt produzierte, organische, ja slicke Verbeugung vor Soul und Funk der 70er Jahre. Keinerlei hörbare Elektronik trübt den warmen Sound, stattdessen Streicher, Bläser, Flöten – alles 100%ig handgespielt. Jedenfalls klingt es so. Man weiß ja, dass Jazzanova mit Horden von Gastmusikern arbeiten, wie die Musik genau entsteht, ist mir aber ein Rätsel (u.a. produziert man Sounds, die dann wieder gesampelt werden). Denn hier klingt vieles wie verschollene Outtakes aus den mittleren 70ern, sagen wir mal zwischen Stevie Wonder, Earth, Wind & Fire und Toto (in der coolen „Georgy Porgy“-Phase). Dieses Konzept geht natürlich nur mit den passenden Stimmen auf, und die haben Jazzanova stilsicher an Bord geholt – allen voran den legendären Leon Ware (alter Kumpel von Marvin Gaye), aber auch Dwele (Common, Kanye West), Paul Randolph, Ben Westbeech und José James überzeugen auf klassische Weise. Rapper Phonte (Little Brother) ist auf einem Tune zu hören und selbst der ist ein gutes Stück davon entfernt, richtiger HipHop zu sein. Stattdessen gibt es eine Beinahe-Beatles-Reminiszenz und auch eine schwermütige Pianoballade. Offensichtlicher Jazz? Findet nur ganz am Rande statt. Latin-Vibe? Eher zu erahnen. Beats für den Dancefloor? Gibt es woanders. Dies hier ist zeitgemäßer, üppiger Midtempo-Fusion-Soul mit Retro-Touch, nur zwei Tunes sind offensichtlich tanzbar. Gerade deshalb ein großer Wurf. (Joe Whirlypop)

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