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King Crimson: The Great Deceiver Vol. I - Hilfe
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King Crimson - The Great Deceiver Vol. I

Cover von The Great Deceiver Vol. I
King Crimson
The Great Deceiver Vol. I

Label Discipline Global Mobile
Erstveröffentlichung 01.11.2007
Format DoCD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 16,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Die beste essentiellste aller Boxen und der vielen nachträglich erschienenen Aufnahmen von King Crimson ist "The Great Deceiver", auch ihr generell bestes Live-Set. Lange gestrichen, jetzt wieder zu haben, in Form zweier Doppel-CDs, um einiges günstiger, im Sound verbessert. Live 1973/74 von 6 Konzerten (eins komplett!). Diverse Überschneidungen natürlich (11 bei insgesamt 42 Stücken), aber sie improvisieren viel, die Versionen sind recht unterschiedlich (selbst in der Instrumentierung, so sind 1974 öfters Mellotron, z.T. auch E-Piano zu hören, wo 1973 noch die Geige eingesetzt wurde). Das Quartet hier (Fripp/Wetton/Bruford/Cross) ist die kraftvollste (und rockigste) aller alten Crimson-Besetzungen. Partiell von einer Power (Rhythm Section! Welch ein Bass!), die im Studio (halbwegs) nur auf "Red" erreicht wurde, nochmals gesteigert, heavy, schärfer, aggressiver, ja brachialer. Massivster Fuzzeinsatz. Andere Tracks stellen einen wunderbaren Kontrast zwischen Roughness & Schönheit her (z.B. ausgedrückt von Gitarre/Mellotron), glänzen in becircender Filigranität (sehr fein z.B. Book Of Saturday auf Set 1) oder klingen einfach wunderschön (ganz ruhig, z.B. Nightwatch, v.a. in der Fassung auf Set 1, bzw. angerauht elegisch-melancholisch, z.B. Exiles, v.a. die noch bessere spätere Version auf Set 2). Oder mixen alles zusammen, incl. vieler laut/leise-Wechsel. In wirkliche Avantgardebereiche stoßen sie recht selten vor, v.a. (aber auch nur passagenweise) bei der Hälfte der vielen freiformalen Improvisations-Stücke ohne vorher festgelegte Themen (die es auf keinem Studioalbum gibt), die ansonsten zwischen heftig, schroff, feurig, ganz leise und zart, feinziseliert, kammermusikalisch, klangmalerisch, gar groovend pendeln, 1x erinnert´s an einen leiseren Grateful Dead-Jam! Ansonsten stammt das Material v.a. von Larks´ Tongues In Aspic (alle Songs kommen hier vor) und Starless & Bible Black. Mein absolutes Lieblingsstück von ihnen und privater Top-10-Insel-Song aller Zeiten, Starless, (erst Monate später auf Red erschienen), ist in zwei je 12-minütigen Versionen vertreten, mit etwas Geige, 1x auch E-Piano statt Sax wie auf dem Album, mit längeren ganz zarten/ultraleisen Passagen. Ganz großartig! Auffällig: Die 1974er Konzerte weisen gegenüber ´73 erheblich mehr Mellotron und z.T. E-Piano auf, zu Lasten der Geige. "The Great Deceiver 1" enthält auch 2 alte Klassiker, 21st Century Schizoid Man (furios, klasse) und Cat Food (kraftvoll, viel rockiger als im Original, exzellent

Review

auf "The Great Deceiver 2" finden sich mehr Improvisationstracks (der mit 15 Min. längste ist allerdings auf Vol.1), auch größere Avantgarde-Anteile. Beide sind extrem lang (143 und 151 Min.). Ach ja: Klasse Gesang von Wetton übrigens!

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