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Richmond Fontaine: Thirteen Cities - Hilfe
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Richmond Fontaine - Thirteen Cities

Cover von Thirteen Cities
Richmond Fontaine
Thirteen Cities

Label
Erstveröffentlichung 02.02.2007
Format CD
Leider nicht verfügbar.
Rezension

(Songwriter/Alt.Country Rock/Guitar Rock) 2007 Decor - eine Band in steter Entwicklung - wohin wird das noch führen?! Zunächst einmal 1500 Meilen südlich nach Tucson, Arizona. Große Teile dieses brandneuen, mittlerweile 10. Albums hat das Quartett aus Portland, Oregon im berühmten Wavelab Studio von Toningenieur Craig Schumacher aufgenommen, also dem Ort wo solch einschlägig Verdächtige wie Rich Hopkins, Friends Of Dean Martinez, Calexico, Giant Sand, aber auch Auswärtige wie die Sadies, Neko Case, Steve Wynn und Norfolk & Western ihre Visitenkarte abgaben, um seinem ganz besonderen Charme und Sound zu erliegen - Desert Rock in all seinen Schattierungen... Mehr als eine Schippe Wüstensand weht denn auch durch þThirteen Citiesþ - das beginnt sogleich mit der exemplarisch betitelten Eröffnung þIntro/The Borderþ und zieht sich wie ein roter Faden durch die weiteren 13 Tracks, die - wie es sich für eine "literarische" Rockband gehört - auch inhaltlich miteinander verwoben sind. In den Texten des Frontmans, Sängers und Gitarristen Willy Vlautin geht es konzeptmäßig um "drifters in the southwest", also Herumtreiber, Getriebene im wörtlichen und übertragenen Sinn, um Charaktere mit herben Brüchen in ihrer Vita, um Menschen mit verkorksten Biografien, die sich ihrer Vergangenheit entledigen wollen und sich irgendwie in der staubigen Wüste einzurichten wissen. So heißen die Songs þWestward Hoþ, þBallad Of Dan Fantaþ, þThe Disappearance Of Ray Nortonþ, þEl Tiraditoþ, þGhost I Becameþ oder þLost In This Worldþ, da hören wir seltsame Geschichten aus 13 geschichstträchtigen Städten wie Stockton, Laredo, Albuquerque, Phoenix, Yuma - eine Landkarte, auf der alle Stationen nachzuverfolgen sind, hat man sinnigerweise der Artwork im typischen Wüstenambiente beigefügt. Zur Musik. Der Tucson-Einfluss ist enorm! Das um Ex-Mitglied und Luxus-Pedal Steeler Paul Brainard (hier auch Dobro und Trompete) erweiterte Quartett (Willy Vlautin, Gitarrist Dan Eccles, Bassist Dave Harding und Drummer Sean Oldham) trifft dort u.a. auf solche illustren Szenemusiker wie Joey Burns (Piano, Akkordion, Bass, Moog) & Jacob Valenzuela (Trompete) von Calexico, Howe Gelb (Piano) und Nick Luca (Gitarre, Orgel, Piano, Akkordion). Zusammen bieten sie ein breites Spektrum von geheimnisvollen (Instrumental)-Fata Morganas, nachdenklichen No Depression-Balladen, dylaneskem Storyteller-Stoff, aufgemischt von lässig schlurfendem Wüstenrock und beherzten Midtempo/Americana Rocknummern. Nach einer ausgiebigen Europatournee hat die Band das ganze Material gesichtet und einige wenige Tracks - nach dem Motto "das können wir noch besser" - zuhause neu eingespielt, u.a. im Heimstudio von Mike Coykendall (Old Joe Clarks). Der bekannte J.D. Foster (Green On Red, Silos, Richard Buckner, Laura Cantrell, Calexicoþs þGarden Ruinþ) hat nun nach þPost To Wireþ und þThe Fitzgeraldþ das 3. Richmond Fontaine-Studioalbum hintereinander produziert - in punkto Dynamik, Tempo und Rockfaktor bewegt sich þThirteen Citiesþ in der Mitte zwischen beiden. Ja, es ist eine verdammt weite Reise geworden von den Anfängen als brachiale Cowpunk-Truppe zu einer der stärksten Uncle Tupelo-Referenzbands und von da weiter zu einem ganz eigenen Alt.Americana-Schwergewicht, das derzeit ohne jede Konkurrenz daherkommt!!

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