Battles: EP C/B EP - Hilfe
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Battles - EP C/B EP

Cover von EP C/B EP
Battles
EP C/B EP

Label Warp
Erstveröffentlichung 03.02.2006
Format DoCD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 16,50 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Wenn das britische Elektronik-Label WARP (Heimat von technoiden Fricklern wie Aphex Twin, Squarepusher und Boards of Canada) mal eben eine Rockband unter Vertrag nimmt, soll das schon was heißen. In den USA hat sich nämlich ganz klammheimlich eine Art Supergroup formiert. Es bedarf lediglich zweier Namen, um den Kenner obskurer Gitarrenmusik die Tränen in die Augen zu treiben: Da haben wir John Stanier – Ex-Drummer von Helmet und Tomahawk – und Ian Williams – Gitarrenrevolutionär und langjähriges Mitglied der Math-Rock-Ikonen Don Caballero. Hinzu gesellen sich Dave Konopka von der Band Lynx und Tyonday Braxton (u.a. Prefuse 73).
War Don Caballero noch Mathrock-Blowout ohne jeglicher Konstanten, ist bei Battles John Stanier der Mann der den Frickel-Wahnsinn (kein eitles Progrock-Solo-Generve!) zusammenhält und ihm einen roten Faden gibt, durch sein legendär-präzises und druckvolles Schlagzeugspiel, irgendwo zwischen Helmet, Drum’n Bass und Groove-Jazz. Um dieses rhythmische Continuum schwirren eine Unzahl von unkonventionellen Tönen, Jazzharmonien, Improvisationen, Subbässen, schrägen Elektrospielereien, Ian Williams’ getappter Gitarre und Dinge für die es - Gott sei Dank - noch keine musikwissenschaftliche Schublade gibt. Im Laufe eines Songs wachsen diese Komponenten zu einer treibenden Masse zusammen und bilden nach längerer Kommunikation eine fragile Einheit, kompositorisch dem Kraut- oder Postrock gar nicht mal so unähnlich, nur ist es hier eine polyrhythmische Rockexplosion garniert mit experimentierfreudigem Elektrowahnsinn, die nicht immer zwangläufig die 10-Minuten-Marke überschreiten muss, nur weil es sich so gehört.
EP C / B EP ist die Sammlung zweier EP’s, von denen die so offene Musiklandschaft einfach nichts wissen wollte, weil "zu schwierig" und im wahrsten Sinne "unerhört". Um so mehr sei dem WARP-Label gedankt, den Mut aufzubringen, solch eine Band der lechzenden aber überschaubaren Hörerschaft zugänglich zu machen. Und so gelten Battles in der Musikpresse schon jetzt als -Achtung!- "vorerst letzte Entwicklungsstufe moderner Musik" (Kulturküche). Vielleicht ein wenig übertrieben, aber nicht völlig aus der Luft gegriffen.Keine Musik für zwischendurch also, aber auch kein sperriger Klangbrei, denn es groovt, rockt und funkt an den richtigen Stellen.
Diese Sammlung erster Gehversuche der Band war eigentlich nur als kleiner Appetithappen für das bald anstehende erste Longplay-Album vorgesehen, steht aber jetzt schon als völlig eigene namenlose Schublade da und sorgt auch live (man konnte sich dieses Jahr davon überzeugen) für offene Münder allerorten, dabei ist die Musik nie selbstverliebt oder konstruiert "abgefreakt", sondern macht sehr wohl Sinn und sei hiermit jedem offiziell ans Herz gelegt. (Joh)

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