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Jon Dee Graham: Full - Hilfe
hilfe

Jon Dee Graham - Full

Cover von Full
Jon Dee Graham
Full

Label Blue Rose
Erstveröffentlichung 01.05.2006
Format CD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 5,75 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Eine echte Type, knorrig wie ein Hickory-Strunk. Jemand, der wahrscheinlich schon 6 von seinen 7 Leben gelebt hat, jede Menge einstecken mußte und doch die Kurve noch immer knapp bekommen hat. Ein Musiker durch und durch, mit einer Bühnenpräsenz (trotz Hausmeister-Klamotten) wie kaum ein Zweiter, ein Gitarrist, der alles mit Galle oder Herzblut spielt (je nach Gefühlslage) und mittlerweile auch ein Songwriter und Sänger, der sich in seinem Roots-Genre vor keinem verstecken muß. Umso unverständlicher war es, dass sein Label New West ihn in den USA gedroppt hat. So ist es nun vorbei mit den teuren Produzenten und Jon Dee mußte leider wieder zu seinem kleinen Freedom Label zurückkehren. Dort reichte es nur für 3 Tage Studio im Januar des Jahres, was eigentlich zu kurz ist, aber bei der traumwandlerischen Art, wie diese texanischen Musiker (Andrew Duplantis, John Chipman, Mike Hardwick, Bruce Hughes, Scrappy) miteinander musizieren, gerade lange genug.
Obwohl ich Jon Dee den Erfolg gegönnt hätte, waren mir die letzten Alben schon fast ein wenig zu glatt gebügelt. Diese Wucht und ursprüngliche Kraft kommt bei diesen quasi live im Studio eingespielten Stücken direkter rüber, die wie gewohnt autobiographisch gefärbt sind. Beziehungen, Freundschaften, Veränderungen, neue Herausforderungen, das schlichte Überleben. All das hat er in seine mittlerweile für ihn typischen Songmuster gegossen und besingt es mit seiner von zig-tausend Kippen geschmirgelten Stimme.
Der attraktive Midtempo-Opener Jubilee sorgt für eine stimmungsvolle Ouverture, das langsam schleichende Swept Away geht direkt unter die Haut und Something Wonderful groovt gefährlich mit seinem pulsierenden Bass und den verschachtelten elektrischen Gitarren, wird an Elektrizität und Dynamik aber noch vom riffigen Bonaparte getoppt. Dazu stellen der leichtgängige Folk Rock von Amsterdam, das solo-akustische Lamento von O Dearest One und die bedächtige Ballade Remain einen interessanten Kontrast dar, das Slide Guitar-lastige Holes sowie Tie A Knot, das Stück mit den längsten Gitarrensoli, repräsentieren dagegen mehr die Blues-Seite von Jon Dee. Beloved Garden zum Abschluss bereichert den Graham-Songkatalog um eine weitere kapitale Hymne mit Gänsehautgarantie!
Und mal wieder wünscht man sich, das Leben wäre ein wenig gerechter! (rh + chill)

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