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Cara Dillon: After The Morning - Hilfe
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Cara Dillon - After The Morning

Cover von After The Morning
Cara Dillon
After The Morning

Label
Erstveröffentlichung 07.04.2006
Format CD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 14,75 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Die 31-jährige irische Elfenstimme ist ein Folk-Phänomen. Ihre Kunst, Jahrhunderte alte Balladen mit einfach scheinenden Mitteln in ihre eigene zeitlose Folk-Sprache zu übersetzen, ist einzigartig. Ihre Stimme ist hoch und rein, ungekünstelt und weich, spielt natürlich mit folk-feinen Phrasierungen und Trillern, erinnert mitunter an die irische Seite der Kate Bush (vor allem in The Streets Of Derry, dem Duett mit der in Würde, Whiskey und Wetter gereiften Stimme Paul Bradys), aber in Dillon’s Musik gibt es keine dunklen Seiten, höchstens ein herbstlich-melancholisches Braun. Gemeinsam mit dem Pianisten, Produzenten und Gatten Sam Lakeman hat sie auf After The Morning die Dillon’sche Folk-Sprache noch reifer und reicher ausgestattet. Hörte man in den losgelösten Schwebeklängen der Vorgängeralben die weiten, sonnenbestrahlten Wiesen und wogenden Wälder irgendwo zwischen Irland und Lorien, so entführt die homogene Mischung aus uralten tradierten Balladen und gefühlvollen Eigenkompositionen auf dem dritten Solo-Album von den Wiesen und Wäldern auf Berge, in verwunschene Täler, an sturmumwehte Kliffs, aufs wogende Meer. Vor allem das Klavier als führendes Instrument vereint exemplarisch die Stilfülle des Albums, die in Jahrhunderten gewachsenen Harmonien, die ländlich-lebendigen Folk-Traditionen, die klassische Kunst, den prächtig perlenden Pop. Auch das instrumentale Umfeld wurde bereichert, zu Piano und akustischer Gitarre gesellen sich Akkordeon und Fiddle in tänzerischer Lebenslust, ein Banjo verknüpft mit Country-Wurzeln, ein dezent aufspielendes Streicher-Ensemble verleiht festliche Atmosphäre, E-Gitarre und Schlagzeug gar beschwingen zu mitreißender, jubilierender Freude. Und wenn Cara mit ihrem herztief berührenden Traumgesang, auch im himmlischen Duett mit sich selbst, in die Balladen-Rolle der verlassenen Liebsten schlüpft und die Musik sich dazu vom Klavier-Banjo-Beginn zum aufwühlenden Crescendo aufschwingt – dann ist man ein glücklicher Gefangener von Cara’s Elfen-Folk. (cpa)
Drittes Album der Irin mit der kristallklaren Stimme – nicht mehr ganz so folky-traditionell wie bisher, eher ein Stück näher am Mainstream und auch mit leichten überseeischen Bluegrass-Roots angereichert. Konnte man Cara Dillon bislang in einer ungefähren Linie mit britischen Folkrock-Sängerinnen zwischen Sandy Denny (Fairport Convention) und Jacqui McShee (Pentangle) verorten, sind die (auch gesanglichen) Einflüsse diesmal breiter gestreut. Die zerbrechliche Wärme einer Nanci Griffith kommt einem beim Hören des Albums ebenso in den Sinn wie die glockenhelle Gesangskunst von Dolly Parton, letzteres ganz deutlich beim finalen „Grace“ mit Fiddle und Slide Guitar. Der wachsende Hang zum Mainstream erinnert zumindest strukturell an die Musik von Kate Bush, deren Folkroots ja auch fast immer latent vorhanden sind. Dieses erweiterte Spektrum schadet der Musik keinesfalls: zusammengehalten wird das Album von der gediegenen Produktionskunst (und auch dem Piano) des Gatten Sam Lakeman, der für einen transparenten und angenehm reduzierten Sound sorgt, selbst die gastierenden Streicher aus Tschechien spielen sehr dezent im Hintergrund. Das Songmaterial besteht aus eigenen Kompositionen und einer handvoll Traditionals im neuen Gewand, einmal singt Cara auch im Duett mit dem Kollegen Paul Brady. (Joe Whirlypop)

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