Suche / Search

ON THE DEcKS
on the decks

 ON THE DEcKS 

Dream Syndicate: The Complete Live At Rajis - Hilfe
hilfe

Dream Syndicate - The Complete Live At Rajis

Cover von The Complete Live At Rajis
Dream Syndicate
The Complete Live At Rajis

Label
Erstveröffentlichung 01.05.2004
Format DoCD
Leider nicht verfügbar.
Rezension

Als das Album 1989 erschien, war die Band um Steve Wynn schon in Auflösung begriffen. Dem Himmel sei Dank hat Elliot Mazer (der auch für Neil Young´s Time Fades Away zuständig war) im Januar `88 im Raji´s in Los Angeles das 2-Spur-Band mitlaufen lassen und ebenso dankbar sind wir dafür, dass die Band in absoluter Topform war.
Dazu muss ich gestehen, dass ich eigentlich die frühe Inkarnation der Band bevorzuge, die Down There EP für genial halte, das Debütalbum The Days Of Wine And Roses für ein Meisterwerk und Leadgitarrist Karl Precoda war und ist ein Saitengott, einer, der mittels kreischender Rückkopplungen wunderschöne Geschichten erzählen konnte. Sein Nachfolger Paul B. Cutler war ebenfalls ein ebenso aussergewöhnlicher wie einfallsreicher Gitarrist, aber kein Precoda. Im Prinzip ist das natürlich wie zu Yardbirds Tagen Jeff Beck und Eric Clapton zu vergleichen. Nachdem das klargestellt ist, zurück zum eigentlich Reissue.
Denn hier wurde das Konzert so ziemlich in seine Urform rückgebaut, mit mehr Zeit für Ansagen und vor allem mit 4 Bonussongs. Und die haben es nun wirklich in sich: der von Blind Lemon Jefferson verfasste Album-Opener See That My Grave Is Kept Clean, eine furiose Version von All Along The Watchtower und mit Tell Me When It’s Over und When You Smile zwei meiner Alltime-Faves von der Down There EP.
Die Soundqualität ist zwar leicht garagig, aber dennoch satt und eigentlich transportiert sich die Energie der Band so am besten. In fast jedem Song wickeln sich die Gitarren umeinander und Cutler lässt unglaubliche Soli vom Stapel (als ich ihn damals in Holland live gesehen habe, hatte er in der rechten Hand einen Tischtennisball), die Rhythmugruppe Mark Walton/Dennis Duck treibt einerseits gnadenlos voran, hat aber auch ein gutes Gespür für Timing und Dynamik. Sowieso bestand zumindest der frühe Dream Syndicate Song aus ein paar klar geschlagenen Akkorden, bevor man zwei Gänge hochschaltete, mit beiden Füßen auf die Pedale stieg und sich in orgiastische Saiteninfernos peitschte. Das alles ist hier zu hören, gloriose 93 Minuten lang. Eine der besten Gitarren-/Garagen-Bands dieser Phase, ach was sage ich, aller Zeiten. Gut geschmiert, aus allen Zylindern feuernd, Turbo an. Groß! (rh)

noch mehr von Dream Syndicate