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Neil Young: Weld - Hilfe
hilfe

Neil Young - Weld

Cover von Weld
Neil Young
Weld

Label Reprise
Erstveröffentlichung 01.01.2000
Format DoCD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 15,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

1991. Vielleicht das beste und wichtigste Live-Album der 90er Jahre überhaupt, auf jeden Fall ein Muss für jeden, der schon mal ernsthaft übers Gitarrespielen nachgedacht hat.
Die Doppel-LP, die ich mir damals gekauft und hier vor mir liegen habe, ist bis zur äußersten Rille vollgepropft: „28:14“, „29:20“, „29:58“ und „31:11“ steht das als Zeitangabe auf der Coverrückseite, das dürfte ziemlich Rekord sein. Rekordverdächtig ist auch ab einer bestimmten Abspiel-Lautstärke der Krachfaktor, der jeden Nachbarn zum Wahnsinn treibt. Die geballte Energie von „Weld“ (gut symbolisiert in dem dahinjagenden Indianer auf seinem Pferd) und das funkensprühende Cover-Inferno, auf welchem die Musiker in Flammen zu stehen scheinen, sprechen für sich. Der verschworene Haufen Crazy Horse und ihr Häuptling auf dem Zenit ihres Könnens, ihrer Bandgemeinschaft.
„Hey Hey, My My (Into The Black)“ ist gleich so gut, dass es einem die Sprache verschlägt. Der Song und seine Geschichte sind ja Anfang der 90er auch schon gut abgehangen, doch irgendwie schafft es die Crazy Horse-Truppe, dieser alten Kamelle so ganz nebenbei soviel neues Leben einzuhauchen, dass man gleich mal von einem Meisterwerk reden kann. „Crime In The City“, im Original auf „Freedom“, gewinnt in dieser Fassung um Längen, es ist, als ob es auf diesen Aufnahmen um alles ginge. Und tatsächlich wurde die damalige Tournee in Amerika gestartet, als am 15.1.1991 der Golfkrieg begann und Neil Young und Crazy Horse sich jeden Abend einer Ausnahmesituation stellen mussten.
Die erst ein Jahr vorher eingespielten Songs von „Ragged Glory“ haben live eine solche Durchschlagskraft wie jeder Klassiker auf dem Album (besonders gut „Cortez The Killer“, „Cinnamon Girl“, „Powderfinger“ und „Like A Hurricane“, aber wen würde das überraschen). „Tonight’s The Night“ klingt noch düsterer als jemals zuvor, aber auch kraftvoller. Doch die Höhepunkte sind eindeutig „Love And Only Love“ und „Love To Burn“ plus einem gigantischen „Mansion On The Hill“ – „...psychedelic music fills the air“. Die langen, aufwühlenden Gitarrenpassagen dieser Songs gehören zu Youngs Karrierehöhepunkten, und wenn man die Musik hört, hört man tatsächlich die Geburt eines neuen Neil Young, welcher mit „Weld“ ein solch definitives Statement in die Welt gesetzt hat, dass es nicht verwundert, dass von da ab beinahe jede Gitarrenband schon immer Neil Young gehört und bewundert haben will.
Erwähnenswert ist in jedem Falle noch die gespenstische Version von Dylans „Blowin’ In The Wind“ gleich an dritter Stelle, die das damalige Kriegsdilemma einfängt wie nichts sonst. Gigantisch, besonders auch auf dem Video!

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