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Mark Lanegan: I'll Take Care Of You - Hilfe
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Mark Lanegan - I'll Take Care Of You

Cover von I'll Take Care Of You
Mark Lanegan
I'll Take Care Of You

Label
Erstveröffentlichung 01.01.2000
Format LP
Leider nicht verfügbar.
Rezension

Bei seinem vierten Streich hat der Sänger den Songwriter außen vor gelassen und ein Album mit elf Coverversionen eingespielt, das trotz seiner schmalen 33 Minuten zwingend in jede Singer/Songwriter-Sammlung gehört.
Eher ruhig geht eine kleine Band (die Besetzung reicht von Akustikgitarre pur bis Gitarre-Piano-Bass-Drums) ans Werk, was den Kompositionen äußerst gut bekommt. Die Auswahl der Songs hätte besser kaum sein können, denn er hat sich hier bei klassischen Songwritern bedient (die auch alle zu meinen Favoriten gehören), von denen aber eher die unbekannteren Songs ausgewählt.
Es beginnt mit „Carry Home“, von Jeffrey Lee Pierce und seinem Gun Club (auf „Miami“), ganz sparsam und akustisch. Bobby Blue Blands „I´ll Take Care Of You“ als nächstes ist der erste Griff in die Southern Soul Schatzkiste. Lanegan beweist, welch einfühlsame Stimme er hat und das er es versteht, praktisch jedem Song auch ein Stück seiner eigenen Persönlichkeit mitzugeben. Bei „Shiloh Town“ vom wundervollen Tim Hardin erinnert Lanegan auch stimmlich stark an den Schöpfer so vieler unvergesslicher Songs (dessen ersten beiden Alben hier noch einmal jedem ans Herz gelegt werden). Das Arrangement ist hier etwas fülliger und schneller als gewohnt, mit Piano, Cello und Bass-Drums-Gerüst.
Song Nr. 4 ist dann ein weiteres absolutes Highlight und eine wirklich positive Überraschung. „Creeping Coastline Of Lights“ von den Leaving Trains hatte ich vor knapp 15 Jahren mal auf 7“ und war (und bin noch) verzückt. Die Tempohalbierung und der vorsichtige Einsatz von Vibraphon und Tremolo-Gitarre nimmt dem Stück von Falling James Moreland (sicher ein Lanegan-Geistesverwandter) nicht ein bisschen seiner ursprünglichen Magie.
Natürlich darf auch ein Fred Neil nicht fehlen, dessen „Ba-De-Da“ ebenfalls mit Herzblut gebracht wird und den Hörer dazu verführt, sich wieder verstärkt den Klassikern zuzuwenden. Als nächstes folgen zwei Songs von verkannten Southern Soul Helden – „Consider Me“ von Eddie Floyd und „On Jesus´ Program“ von O.V. Wright. Beide mit Seele gebracht und Lanegan´s Gänsehautstimme wird hier ganz, ganz dunkel. Da stört auch das im Hintergrund blasende Saxophon keinswegs.
Obwohl man meinen könnte, es müßte doch zwischen 70er Punk, 60´s Folk und Deep Soul ein ziemliches Stil-Wirrwarr entstehen, geht durch diese Platte ein roter Faden. Dafür sorgen einfach die geschmackvoll-klassischen Arrangements und immer wieder diese unglaubliche Stimme, die nicht einmal besonders variationsreich ist, aber direkt ins Nervenzentrum kriecht.„Little Sadie“, ein gutes altes Mörder-Traditional (auf Dylans „Self-Portrait“ ist Bob als Komponist genannt), ist nur mit dem nötigsten an Gitarren ausgestattet. Aus der Feder von Buck Owens, dem Miterfinder (neben Merle Haggard) des Bakersfield-Sounds floß „Together Again“, welches aber nicht die Spur von Country oder gar Honky Tonk verströmt, sondern eher wie eine Hi- oder Stax-Ballade intoniert wird.
Aus den frühen 60ern stammt das folgende „Shanty Man´s Life“, ein Folk-Blues von Dave Van Ronk, der einigen Einfluß in der Coffehouse-Szene hatte und unter anderem der Steigbügelhalter für einen jungen Dylan war. Den Abschluß bildet das eher seltsame „Boogie Boogie“ von Tim Rose, einem Songwriter-Zeitgenosse (auch stilistisch) von Tim Hardin. Der Mann hat sicher besseres verfasst.
Man will mehr hören, wenn die Platte durch ist. Entweder man drückt sofort wieder auf „Start“, oder stöbert in seiner Sammlung nach Nick Drake, „Our Mother The Mountain“, der zweiten Tim Buckley oder Tim Hardin´s „Homecoming Concert“.
In zwanzig Jahren wird man Mark Lanegan in einem Atemzug mit diesen Größen nennen.

Review

“Mark Lanegan has one of those voices. Kurt Cobain had one. So did Jim Morrison and Ian Curtis. But the Screaming Trees singer is a more versatile talent than those great snuffed hope

Tracklisting
his tormented and husky, yet somehow soothing growl suits both his bandþs raging psych rock and his three previous solo endeavorsþ harrowingly quiet, country-tinged material. The stark, largely acoustic Iþll Take Care Of You proves that heþs just as capable of mastering other peopleþs music. The singer covers a perfectly chosen host of roots-punk, folk, blues and R&B songs, wears them like a pair of faded jeans, saturates them with smoke and booze, and lives in them, internalizing their celebrations and tragedies. Given the fates of the aforementioned, equally passionate performers, thank Jehovah that Lanegan and his desperate pipes are still alive and putting out records.” (CMJ)
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