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Jack White: Boarding House Reach - Hilfe
hilfe

Jack White - Boarding House Reach

Cover von Boarding House Reach
Jack White
Boarding House Reach

Label Third Man Records
Erstveröffentlichung 23.03.2018
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 13,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Sein drittes Solo-Album Boarding House Reach wurde von Jack White in den Sear Sound Studios in New York, den Capitol Studios in L.A, sowie im hauseigenen Third Man Studio in Nashville aufgenommen und produziert. Seine neue Band besteht dieses Mal aus Musikern wie Louis Cato, Charlotte Kemp Muhl, DJ Harrison, Neal Evans, Bobby Allende so wie dem aus Nashville stammenden Gospel-Trio The McCray Sisters.

Vom dritten artistischen Alleingang des White Stripes-Erfinders und Herrschers über das vinyle Wunderreich des Third Man-Labels ein Gefälligkeitsalbum zu erwarten, wäre und ist hoffnungsfreies Handeln, sind doch Exzentrik, Experiment und Eigensinn seiner Furiosiät Vornamen 2, 3 und 4. Aber bei all seiner künstlerisch-kreativen Dickköpfigkeit, bei aller für Schlichtgeschaffene beim ersten Zusammentreffen kaum nachzuvollziehende, liebgewordene Hörgewohnheiten sprengende Stil-Sprunghaftigkeit ist der Meister des Eigensinns gleichzeitig eben auch ein Meister vieler Instrumente (wobei das Gitarren-Genie hier auch seine fulminanten Fähigkeiten an Orgel, Synthesizer, Klavier und Schlagzeug unter Beweis stellt), ein erfahrener Erschaffer eingängiger Riffs und Melodien und vor allem ein naturnah aufgewachsener Gelehrter, ein mit allen Wurzelwassern gewaschener wahrer Musiker, der es schafft, all seine Einflüsse und Eigenheiten in eine 13-Songfolge zu pressen, die für diese Fülle auf den ersten Hörgang fast zu eng scheint. Und dennoch gelingt es dem schillernden Schamanen, von Song zu Song, mitunter in einem einzigen Stück, gern auch einfach von Moment zu Moment die gewagtesten Stilhaken zu schlagen, Gospel und Synthesizer, voluminös verzerrte Gitarrenakkorde und rüde Electronica, berauschten Tom Waits-Bar-Blues und aus allen Nähten platzenden Prog-Punk, New Orleans Jazz und flirrenden Funk, auf die Knochen reduzierten Field Song und zappaeske Arrangement-Architektur zu einem anfangs schwer zu fassenden, mit jedem neuen Hören aber höher und vor allem enger zusammen wachsenden Ganzen zu vereinen, dessen Faszination unaufhaltsam zunimmt. Zum Glück muss man selbst kein Genie sein, um dem wirren Weisen White auf seinem dritten Solo-Ausflug folgen zu können, es genügt, wenn man den großen Geist erkennt und sich von ihm leiten lässt. Schier überschäumender Reichtum in seiner karg-rohsten Form, flirrende Phantasie in wüst-wilder Einsamkeit, finale Faszination in uneingeschränkter Vielseitigkeit. (cpa)

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