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Swans: Children Of God (Remastered+Expanded) - Hilfe
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Swans - Children Of God (Remastered+Expanded)

Cover von Children Of God (Remastered+Expanded)
Swans
Children Of God (Remastered+Expanded)

Label Mute
Erstveröffentlichung 13.11.2020
Format 2-LP+DLC
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 26,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Remastered Version des 1987 veröffentlichten Albums. Das Doppelvinyl enthält ausschließlich die Tracks von "Children Of God". Der beiliegende Hi Res Download Code enthält außerdem die Aufnahmen des Bonus Live Albums "Feel Good Now", das 2021 noch mal als Standalone Version auf Vinyl erscheinen soll.

20er Reissue, remastered, Doppel-LP von 1987, als Bonus auf CD 2 das Live-Album Feel Good Now (zu dem dem Vinyl ein Download-Code beiliegt). Die Band hab ich damals nach den ersten sehr schroffen LPs nicht mehr gehört und muß nun feststellen, daß dieses Werk musikalisch ein Wendepunkt war (Leader Gira spricht selbst vom „major turning point“), mit massiven Veränderungen, gar bis zu den heiß geliebten 4 letzten Platten (ab 2012) nach der Neu-Formation der Höhepunkt ihres Schaffens, wie ich jetzt finde. Wozu co-Sängerin Jarboe (wiewohl sie längst nicht bei jedem Stück dabei ist) einiges beiträgt. Die Musik entpuppt sich als erheblich verfeinert, weit differenzierter, die Stilistik wie die Stimmungen stark erweitert, der Gesang (auch Giras!) ebenso. Ein Album der Extreme und enormer Vielfalt! Das so manche der Bestandteile der letzten Jahre hier schon entwickelt. Immer wieder steht ein eminent repetitiver Charakter im Zentrum (aber auch eher punktuell eingesetzt), bei harten/z.B. mächtig schweren oder geradezu brutal wirkenden Tracks z.T. zum Exzeß getrieben, u.a. mittels über lange Zeit gnadenlos durchgezogener Riffs, samt monumentaler Klänge wie ein Granitblock, Post Punk-Tendenzen, teils schleppend bis fast Zeitlupe, gar mal ein bischen Doom Metal-Input, manisch-aggressive Phasen…; anderswo sind sie nicht ganz so hart, dafür düster/eine Spur sakral, effektivst Slide-artig punktierende Säure-Gitarren, eine Art rohe schroffe/kantige Erhabenheit (die schon mal dezent orchestral wirken kann), undefinierbare fiebrig-halluzinogene tolle Sounds, kleine Chöre, oder es trifft Primitivismus auf Post Punk auf „natürlichen“ Industrial der farbigen faszinierendsten Sorte samt schillernder eruptiver Avantgarde-Soundeffekte (eine total kontrollierte wunderbare Kakophonie). Auf der anderen Seite stehen liebliche (mit ebensolchen Jarboe-Vocals) leise zarte Gespinste von großer Schönheit (hier mehr dem Folk, dort, noch sanfter, mehr dem Pop zugetan), luftige Klangwolken (selbst eine Flöte kommt zum Zug), langsam-hinreißender geheimnisvoller Stoff (Dunkel-Wave trifft Ethno-Folk?), harmonisch reizvoller v.a. akustischer „andersartiger“ Indie/Wave-Folk (entfernt Nick Cave-Balladen ähnlich), sogar erstaunlich aktuell klingender Indie-Songwriter-Sound (ein bischen rootsig) in intensiv/eindringlich (und sehr gut!) sowie, hmm, „Acid New Wave“? 71 Min. großartige oft herrlich hypnotische Musik, die häufiger auch akustische Begleitung einbezieht (Gitarre, Piano, Oboe, Dulcimer?, Geige, Flöte). Das Live-Set (ebenfalls von ´87 und ´ne Do-LP) beinhaltet 9 der 13 Stücke von „Children…“, mit 1 Ausnahme (teils erheblich) längere Fassungen (bis 11 Min.), instrumental natürlich erheblich reduziert, v.a. auf Gitarre fixiert, Jarboe singt (teils zusammen mit Gira, nur 2x solo) auch in Songs, bei denen sie im Studio nicht dabei war (und umgekehrt). Die Stücke meist massiv verändert, gern wilder, viel rauher bis extrem roh, hohe Intensität aber keinerlei „Erhabenheit“, partiell total stoisch und undifferenzierter/einfacher, Industrial Punk bzw. Post Punk-Vorlieben, mal größere Kontraste, noisiger, 2x aber auch ruhiger resp. phasenweise sanft/leise. Noch in ihren alten Mustern verhaftet, aber nicht komplett. (detlev von duhn)

Tracklisting
Remastered Version des 1987 veröffentlichten Albums, inkl. des Bonus Live Albums "Feel Good Now" auf CD2.
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