Vuur: In This Moment We Are Free - Cities - Hilfe
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Vuur - In This Moment We Are Free - Cities

Cover von In This Moment We Are Free - Cities
Vuur
In This Moment We Are Free - Cities

Label Inside Out
Erstveröffentlichung 20.10.2017
Format 2-LP (+CD)
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 21,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Schon oft lockten mich gerade die düsteren Erscheinungsformen des Metal auf die Seite des brachialen Bösen, dennoch konnte ich bislang widerstehen, fehlte mir doch oft schlicht der Zugang, der kreative Katalysator, der weltenverbindend hätte wirken können. Bei dem 2017er Vuur-Werk aber ist es Stimme, Seele und Songwriterin Anneke van Giersbergen, die auch uns Metal-Minderbemittelte mit offenen Armen empfängt und mitreißend melodiös durchs nächtliche Gewittersturm-Dunkel geleitet. Keine Frage - hier wird mit der Kraft zweier mal glasklar-splitternder, meist brutal treibender, mitunter gar versponnen filigraner, stets aber meisterlich gespielter Gitarren und unbarmherzig preschend peitschendem Satt-Schlagwerk wahrer Metal von mauernschleifender Macht gehämmert, irgendwo zwischen Speed, Doom, Dark, Grind und vor allem Progressive wird kein Hehl aus der Vorliebe für harte und heftigste Klänge gemacht. Aber schon die schiere Lust am dynamischen und rhythmischen Wechselspiel lässt das alte Art-Rock-Herz schneller schlagen (im alternierenden 7/8-9/8-Takt, ungefähr), lässt auch den Stil-Ortsfremden aufhorchen. Aber es ist die alles überstrahlende Kraft und klare Schönheit der Oktaven-übergreifenden, wunderbar wandelbaren Stimme, die mal solistisch strahlend, zumeist aber in herrlichen, gern auch überraschend mutigen harmonischen Paar- und Chor-Läufen die Sinne erreicht, gewinnt und betört. Mal elfengleich schwebend, mal nahezu stählern rein füllt die Fürstin dieses mitreissenden mitternächtlichen Metal-Maelstroms das gewaltige/gewalttätige Klanggeschehen mit Leben, Liebe und Licht, verführt mit Melodien in zwei- und mehrstimmig leuchtender Energie, reinigt, salbt und heilt die von gnadenlosen Gitarren gerissenen Wunden. Als Metal-Grundschüler fehlen mir die Vergleiche fast völlig, um die kathartische Kraft und hymnische Herrlichkeit der so artistischen Attacken auch nur annähernd fachfreundlich zu beschreiben, um mich dieser Symbiose von Schönheit & Schaden, Sehnen & Schmerz zu nähern muss ich uns gewohnte Klangbilder beschwören, die rückhaltlose Romantik von Eisley, die gloriosen Höhen von Evanescene, vor allem aber die mitunter so verlockend fremde Harmoniewelt und die heftigen Härten von System Of A Down, gepaart mit profunder, kunstvoll-kreativer Progressive-Rock-Erfahrung und dargereicht von einer schon nach wenigen Zusammentreffen unverkennbaren, in ähnlich einzigartigen Regionen wie Annie Haslam, Anne Wilson oder Maddy Prior strahlenden Stimme. Schon oft lockte mich der Metal - Anneke aber hat mich überwältigt. (cpa)

Jetzt muss ich nur noch lernen, mit Messer und Gabel zu grüßen. Wir sehen uns auf Wacken!