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Mark Lanegan: Imitations - Hilfe
hilfe

Mark Lanegan - Imitations

Cover von Imitations
Mark Lanegan
Imitations

Label Heavenly
Erstveröffentlichung 13.09.2013
Format LP (+CD)
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 18,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Spätestens seit der Mann aus Seattle den Titelsong des Walkabouts Meisterwerks Satisfied Mind stimmlich veredelte, hat er sich in den Top-5 der aktuell agierenden Sänger festgesetzt. Mit jeder weiteren Platte hat sich das verfestigt, nur in den letzten Jahren wurde die Anzahl seiner Kooperationen, Gast-Auftritte und eigenen Platten unüberschaubar. Und damit setzte auch so etwas wie eine Sättigung ein. Wenn Lanegan allerdings ein neues Album mit Coverversionen vorlegt, dann weckt das erneut mein Interesse. Schließlich gehört Iþll Take Care Of You, sein erstes komplettes Album mit Fremdmaterial, in die Kategorie „Inselplatte“. Damals war die Songauswahl ohne Fehl, von Jeffrey Lee Pierce über Fred Neil zu Tim Rose, und besser konnte man das einfach nicht umsetzen.
Als ich im Vorfeld von Imitations aber las, dass Lanegan hier von der Plattensammlung seiner Eltern inspiriert wurde, von Las Vegas Entertainern bis zum Nashville-Pop, kamen erste Zweifel. Die aber spätestens beim zweiten Hören implodieren und zu Staub zerfallen. Denn gerade mittels sehr ausgeklügelter und individuell angepasster Arrangements erzeugt er hier eine Tiefe, die so manches Original aus dem Andy Williams oder Frank Sinatra Umfeld nicht unbedingt mitbringen. Das Bond Thema You Only Live Twice (Nancy Sinatra) wird hier zum Beispiel auf zwei Akustikgitarren reduziert, Nick Caveþs Brompton Oratory wird mit leichter Jazz-Grundierung versehen und Neal Sedakaþs Solitaire bekam einen Morricone-Spaghetti Western Touch verpasst. Streicher, Hörner, ein Piano, alles zu seiner Zeit, jeder Song wird für sich unter die Lupe genommen und nur mit dem ausgestattet, was ihm gut tut. Und singen, tja, singen kann Lanegan noch immer. Bei seinen eigenen Herzensangelegenheiten sicher noch besser als als Mietmusiker. Mit seiner Stimme setzt er jeder Interpretation die Krone auf und macht diese durchweg im Balladentempo leidende Platte zu einem weiteren Höhepunkt seiner Karriere. Würde ich das Verlangen haben, Mark Lanegan zu hören, würde ich wahrscheinlich zuerst zu Iþll Take Care Of You greifen. Hätte ich danach nicht genug, würde Imitations folgen. Und dann? Wahrscheinlich die erste oder zweite Zusammenarbeit mit Isobel Campbell. Danach würde ich wahrscheinlich überlegen, ob ich nicht 2/3 meiner Plattensammlung verkaufen sollte? Denn das hier is the real thing! (rh)

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