Todd Snider: First Agnostic Church of Hope and Wonder - Hilfe
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Todd Snider - First Agnostic Church of Hope and Wonder

Cover von First Agnostic Church of Hope and Wonder
Todd Snider
First Agnostic Church of Hope and Wonder

Label Thirty Tigers
Erstveröffentlichung 23.04.2021
Format LP
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 21,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Eine Folk-Platte mit Funk-Elementen und Straßensänger-Elementen und psychedelischen Elementen. Todd nennt es "P-Folk" oder "Folkadelic". "Bei diesem Album hatte ich die Idee für den Sound zuerst, glaube ich. Ich wollte das machen, was ich hinten Funk und vorne Busking nannte, mit [Beatles-] White-Album-artigem Scheiß, der da verstreut war. Ich hatte viel gehört und mich mit Parliament und James Brown beschäftigt und auch mit viel Reggae-Musik" so Todd Snider selber über sein Album. Entstanden aus Todd Sniders beliebter wöchentlicher Live-Stream-Reihe aus dem The Purple Building in East Nashville (auf dem Albumcover abgebildet)

Unser Rezensenten über das Album:
Schlanker, cooler Country-Funk: Todd Snider klingt auf seinem 19. Studioalbum kein bisschen abgeklärt, sondern erstaunlich frisch und leichtfüßig. Snider war schon immer stilistisch openminded und variierte seine Americana-Songs mit allerlei unerwarteten Ornamenten. Hier erzählt er die Geschichte eines halbseidenen Predigers, dem seine Gläubiger auf den Fersen sind. Musikalisch gerät das überwiegend luftig funky, teils richtig tanzbar mit latenten HipHop-Vibes (die man aber nicht heraushören muss). Mit schleppendem Bluesvibe, groovt der Funk entspannt vor sich hin. Dazu passt auch Sniders sonor-nasale Stimme, was sich oft wie ein junger Dr. John anhört auch der brodelnde Groove ist vom New Orleans-Funk befeuert. Als Referenzen fallen mir Bands wie DC Basehead und G. Love & Special Sauce ein, auch wenn Snider seinen Americana-Roots immer irgendwie treu bleibt. Durch das Album ziehen sich musikalische Wdmungen an verstorbene Weggefährten wie John Prine, Jerry Jeff Walker, Neal Casal und Jeff Austin. (Joe Whirlypop)

Und:
Eine (nicht nur) für ihn ungewöhnliche, entschlackte Platte, hoch sympathisch, eine bewußte Abkehr von seinen üblichen Routinen, für seine Verhältnisse „neuartig“, und in dieser Form sogar generell nicht unoriginell. Das beginnt schon bei der Rhythmik, die in ganz schön vielen Stücken neben seiner Stimme ziemlich dominiert, mehrfach funky, mal ein Hauch New Orleans, mal ein Stil-unabhängiger Groove, mal ein schneller Drive/Beat unter/über einem Blues, mal mehrschichtig tief im Süden verwurzelt, oder gar so etwas wie eine prominent Beat-unterlegte schräge Gottes-Anrufung mit uralten Untertönen. Aber nicht, daß dieser Aspekt alle Tracks beträfe… Stilistisch bewegt er sich in überraschender Vielfalt zwischen minimalistischem funky R´n´B in dezenter Nähe früher Neville Brothers, einer rauh-sparsamen poetischen tief berührenden Proto-Americana-Ballade, besagtem „Blues-Beat“, losem Southern-Roots-R´n´B (z.B. eine Spur wie Alex Chilton in den 80ern oder Jim Dickinson leicht verwandt! Hier ausnahmsweise dichter instrumentiert; in einem weiteren Song kreuzen sich Anleihen bei Chilton und, freilich dezent, Dr. John, inkl. auffälligem Fuzz-Bass, allumfassender Americana mit leichtem Folk-Überhang, funky Roots Rock auf den Kopf gestellt mit punktuellen Soundeffekten und psychedelischen Elementen, sogar ein erstaunlich frei fließendes Piano taucht irgendwo auf. Mehrfach und zu meiner Freude erhalten feine lose Backing Vocals (teils im Call/Response-Modus) eine wichtige Funktion. U.a. entrichtet Snider nach eigenen Worten seinen Tribut an Leute wie Jerry Jeff Walker, John Prine, Neal Casal, was aber nur sehr bedingt zu erahnen ist. Einige reizvolle Texte übrigens. Schönes Ding! Die LP ist limitiert, auf 180g-Vinyl. (detlev von duhn)

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