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Yann Tiersen: Portrait - Hilfe
hilfe

Yann Tiersen - Portrait

Cover von Portrait
Yann Tiersen
Portrait

Label Mute
Erstveröffentlichung 06.12.2019
Format 2-CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 16,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Nach Jahren der Tiersen-Abstinenz dabei zählt sein L'Absente-Album zu meinen zehn ausgesuchten Insel-Platten entdeckte ich den inzwischen weiter gereiften Bretonen mit seinem 2019er All-Werk erneut für mich, und ihm scheint es ähnlich gegangen zu sein, nahm er doch die Proben zur Album-begleitenden Tournee zum Anlass, seine Schall-Schöpfungen der letzten 20 Jahre noch einmal Revue passieren zu lassen. Aber genau so, wie seine jüngsten Weisen von der getragenen Düsternis auch schmerzlicher Erfahrungen umweht sind, eine in herbstlich gedeckten Farbtönen gehaltene Atmosphäre atmen, so sah er auch seine länger zurückliegenden Lieder in einem gänzlich anderen Licht und beschloss, 25 ausgewählte Instrumentalstücke und Songs in die dunkleren Klangfarben seines aktuellen Schaffens zu kleiden. Karge Arrangements herrschen dabei in den fast 100 Minuten warmherziger Wehmut vor, zumeist von einem prägenden Instrument, Klavier, Geige, Harpsichord getragen. Als studierter Vielinstrumentalist (Piano, Viola, Violine, Glocken, Mellotron, Celesta, Harmonium, Glockenspiel, Melodica …) ist Tiersen sich dabei oft selbst ganz zu Recht genug, einige wenige Mitspieler lockern das eher getragene Akustik-Bild auf, aber es sind die immer wieder aufleuchtenden (Gast-) Stimmen (von Stephen O'Malley, Gruff Rhys, Olavur Jakupsson, Emilie Tiersen und John Grant), die das ihre zum Farbenreichtum der 25 zum Teil bekannt geglaubten Stücke beitragen. Selbst in den spielerisch anspruchsvollsten, behende-beweglich gestalteten Momenten ist es nicht mehr die leichtfüßig tänzelnde Melancholie seines früheren Werks, die jetzt, in der Rückschau, den Ton angibt, Tiersen schenkt uns mit ihm gemeinsam gereifte Reinkarnationen seines vergangenen Schaffens und verleiht ihnen die dämmrige-dunstige, aber dafür umso intensivere Strahlkraft der untergehenden Abendsonne. Eine von Wandel und virtuoser Veränderung geprägte Retrospektive eines ungemein gefühlvollen Klang-Schöpfers und bemerkenswert vielfältigen Instrumentalisten. (cpa)

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