Bob Dylan: Subterranean Homesick Blues - Hilfe
hilfe

Bob Dylan - Subterranean Homesick Blues

Cover von Subterranean Homesick Blues
Bob Dylan
Subterranean Homesick Blues

Label Columbia
Erstveröffentlichung 01.01.2000
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 7,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Columbia 1965. In den USA als “Bringing It All Back Home” erschienen.
Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich. Unter völlig veränderten Bedingungen schien sich Bob Dylan an sein Publikum zu wenden, oder nahm er bewusst in Kauf, seine alte Gefolgschaft zu verlieren? Allein das Cover zu interpretieren, könnte man eine Stunde verbringen. Dylan war mitnichten mehr der sympathisch und leidend dreinblickende Baumwollhemdträger, sondern ein finster und irgendwie unheimlich dreinblickender Dandy, der seine Katze namens Rolling Stone kraulte und in einem Zimmer mit einer ganz in rot gekleideten, ebenfalls nicht sehr freundlich wirkenden Dame posierte – die nach außen verschwommener werdende Zoomaufnahme fokussierte alles und nichts. Ein Haufen Platten lag herum, Dylans letztes Album „Another Side...“ stand weit hinter ihm. Ein Luftschutzkeller-Schild lag neben einem Exemplar von Time. Wer jetzt denkt, das sei alles völlig unwichtig und nebensächlich, der irrt. Genau die gleiche symbolhafte Sprache des Covers benutzte Dylan in den Songs sowie im Hüllentext: „i accept chaos. i am not sure whether it accepts me. i know there’re some people terrified of the bomb. but there are other people terrified t be seen carrying a modern screen magazine… i am called a songwriter. a poem is a naked person… some people say that i am poet”.
Mit der zweiten Seite der Platte schloß Dylan noch einmal formal an die Folkzeit an, doch inhaltlich hatte er sich längst davon verabschiedet: “It’s All Over Now, Baby Blue” war ein klarer und eindeutiger Kommentar am Ende des Albums. Der Parforceritt von „It’s Alright, Ma (I’m Only Bleeding) war bis dahin sein absolutes Meisterstück, genauso die wunderbare Sprache und der wie befreit wirkende Gesang von „Mr. Tambourine Man“. „Gates Of Eden“ steckte teilweise voller unverständlicher visionärer Bilder, aber die Art, wie Dylan das Lied wie einen Traum selbst darbot, faszinierte, genau wie die witzigen und nicht enden wollenden absurden Verse von „Bob Dylan’s 115th Dream“. Im ersten Song, dem durch den Vorspann von „Don’t Look Back“ verewigten „Subterranean Homesick Blues“ schuf Dylan klare Fronten: so klingt mein neuer Sound, noch etwas ungehobelt, aber das ist es. Das Stück hatte eine sensationelle Energie, die gut zwei Minuten schienen so schnell vorbei zu sein wie zwanzig Sekunden. Chuck Berrys Einfluß war hier unübersehbar. Die gesamte erste Seite wurde wie im Schnellverfahren mit Band eingespielt, die drei Songs vor „Baby Blue“ auf der zweiten Seite in einem Rutsch mit einem einzigen Take! Robert Shelton über die akustischen Nummern der zweiten Hälfte – Dylan solo, nur bei „Tambourine Man“ & „Baby Blue“ dezent begleitet – schrieb: „Selbst wenn ich nur wenig Zeit hätte, um seine Talente zu demonstrieren, würde ich immer noch die dreiundzwanzig Minuten von Seite zwei spielen.“

noch mehr von Bob Dylan