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Bob Dylan: Time Out Of Mind (20th Anniversary Ediiton) - Hilfe
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Bob Dylan - Time Out Of Mind (20th Anniversary Ediiton)

Cover von Time Out Of Mind (20th Anniversary Ediiton)
Bob Dylan
Time Out Of Mind (20th Anniversary Ediiton)

Label Columbia
Erstveröffentlichung 07.12.2017
Format 2-LP (+7")
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 24,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

2017er Geburtstagsausgabe des 1997er Albums, kommt als 180g-Doppel-LP incl. 7"-Single.

Columbia 1997. Bob Dylans Rückkehr in eine größere Öffentlichkeit und das in einem Ausmaß, wie ihm wohl zum letzten Mal Mitte der 70er Aufmerksamkeit zuteil wurde. Kein Album, welches mit solcher Ausdruckskraft und Prägnanz daherkommt. Krude und expressionistisch muten die Songs an, und doch verschwinden alle Aussagen wie in einem Nebel des schottischen Hochlandes, welcher am Ende 16 Minuten lang dann doch nicht gegen diese ungeheuer klare und nicht eine Sekunde lang beiläufige Stimme Dylans ankommt, die diese Geschichte erzählt, als sei sie aus einem anderen Zeitalter, in einer anderen Welt. Time Out Of Mind.

Überragender Beginn mit „Love Sick“, so düster und bedrohlich wie man Dylan vorher noch nie gehört hat. Duke Robillard an der Gitarre hier, Augie Meyers an den Tasten, Jim Dickinson gleichfalls an Keyboards und Daniel Lanois als Produzent und Gitarrist. Kein deplazierter Track, alles fügt sich ineinander wie ein langes Roadmovie mit immer Unterwegssein, Fetzen von Städtenamen verschwinden und tauchen wieder auf, der „Dirt Road Blues“ holt einen ein, but it’s „Not Dark Yet“. Überhaupt die Mischung aus überragenden Slow-Motion-Balladen und Basement-Blues. Selten gelang Dylan eine organischere Platte, „Blonde On Blonde“ auf jeden Fall, die „Basement Tapes“, klar, vielleicht noch drei, vier andere. Darüberhinaus gibt es kaum was in seinem Werk, was mit solcher Direktheit gesagt wird wie in „’Til I Fell In Love With You“, „Standing In The Doorway“ oder „Can’t Wait“. Was am allermeisten überrascht: wie zeitgemäß und unprätentiös das Ganze daherkommt, ganz so, als seien frühere Ausfälle nie gewesen. Überragend neben “Highlands”, “Love Sick” und „Not Dark Yet“ für mich „Tryin’ To Get To Heaven“, welches mit einer solch schillernden Schönheit aus dem Fundus des amerikanischen Südens kommt, wie man sie von Dylan lange nicht mehr zu hören bekam.
„It’s a spooky record, because I feel spooky“: dieses kurze Zitat von Dylan sagt eigentlich alles.

Essentiell für die Gitarrenfraktion der 90er Jahre und darüber hinaus.

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