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Charles Bradley: No Time For Dreaming - Hilfe
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Charles Bradley - No Time For Dreaming

Cover von No Time For Dreaming
Charles Bradley
No Time For Dreaming

Label Daptone
Erstveröffentlichung 11.02.2011
Format LP (+MP3)
Lieferzeit 2 – 3 Wochen
Preis 13,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Letztes Jahr konnten sich eigentlich alle irgendwie soul-affinen Menschen auf das Album von Sharon Jones & The Dap Kings einigen – zurecht. Dies ist jetzt das männliche Gegenstück dazu, strukturell & qualitativ. Charles Bradley ist wie Sharon Jones nicht mehr ganz jung (Jahrgang 1948) und hat eine mehr als holprige Karriere als Soulsänger hinter sich – trotz dieser unglaublich deepen, verwitterten, rauen, heiseren und zutiefst emotionalen Stimme, die manchmal wie die des bei der Geburt getrennten Zwillingsbruders von James Brown klingt. Zum Glück ist er jetzt beim perfekten Label für seinen zeitlosen Sound gelandet, denn sein Debütalbum (!) erscheint verdientermaßen bei Dunham, der Subdivision von Daptone, die uns ja auch schon das grandiose Album der Menahan Street Band gebracht hat. Und die spielt jetzt für Bradley – und wie. Letztlich sind das ja die immer gleichen New Yorker Allstars, die zwischen Dap-Kings, Budos Band, Antibalas und El Michels Affair munter wechseln, die entscheidenden Leute sind hier aber Gitarrist und Producer Thomas Brenneck und Dap-Kings-Drummer Homer Steinweiss, die Bradley einen ganz wunderbaren Sound zaubern: unglaublich warm und transparent, authentisch-retro und definitiv analog, mit Bläsern, die selbst via CD wie direkt über die eigene Schulter gespielt klingen. Auch toll: natürlich ist Bradley ein ergreifender Balladeur ersten Ranges, aber er kann auch (vorsichtiges) Uptempo und sogar richtig funky, womit sich der Kreis dann wiederum zu James Brown schließt. Ja, dieses grandiose Album kann man nur an den allergrößten Namen messen. Wie schon bei Sharon Jones letztes Jahr gilt auch hier: Classic Soul kann man heute nicht besser machen. (Joe Whirlypop)
Killer! Das erste Album des 62-jährigen ist genau das, was man nach Singles wie This World (Is Going Up In Flames) erwartet hat. Mit dem Tune eröffnet ein fabulöses Soulmonument, an dem einfach alles stimmt. Bradley’s Stimme hat die fordernde Intensität eines Mitt-60er James Brown, kann aber auch beseelt jammern wie Syl Johnson in Is It Because I’m Black? – vom Leben gezeichnet wirft er alles rein. Dahinter steht die Menahan Street Band um Daptones Gitarrist Thomas Brenneck, die einen sophisticated - sich größtenteils im Midtempobereich bewegenden - New York Uptown Soul hinlegt, der aber durch reichlich Stax-Dreck unter den Fingern satt geerdet wird. Erstklassige Bläsersätze, Vibraphon, zusätzliche Perkussion und Backgroundgesänge sitzen punktgenau da, wo sie hingehören. Rhythm & Soul in Vollendung. Ein Klassiker. (rh)

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