Suche / Search

ON THE DEcKS
on the decks

 ON THE DEcKS 

Carl Craig: Versus - Hilfe
hilfe

Carl Craig - Versus

Cover von Versus
Carl Craig
Versus

Label Infine
Erstveröffentlichung 05.05.2017
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 15,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Das Urgestein von Detroit Techno jetzt mit dem Pianisten Francesco Tristano und dem Orchester Les Siècles unter der Leitung von Francois-Xavier Roth? Derartige Crossover-Bemühungen gerade in Richtung Klassik (man denke nur an John Lord und Rick Wakeman) sind ja per se verdächtig, hier liegt der Fall aber anders. Haben Detroit-Pioniere wie Derrick May, Juan Atkins und eben Carl Craig doch immer schon mit synthetischen Streicher-Ästhetiken gearbeitet („Strings Of Life“ von May). Carl Craig (Paperclip People, Innerzone Orchestra) lieferte schon 2008 gemeinsam mit Moritz von Oswald „technoide“ Versionen von klassischer Musik, jetzt läuft es umgekehrt: klassische Tracks von Carl Craig werden mit Orchester eingespielt, teils auch mit elektronischer Basis live macht er das ja schon seit etlichen Jahren. Wobei „Versus“ eben nicht auf elektronische Momente verzichtet. Vielmehr laufen hier Digitales und Orchestrierungen sehr elegant zusammen. Das Piano wird nicht mehr nur (aber auch) rhythmisch verwendet, manches klingt nach friedlicher Kammermusik, mit technoidem Beat gehen manche Tracks aber auch in Richtung Filmmusik (wie z.B. bei Craig Armstrong). Ein Craig-Klassiker wie „At Les“ gerät hier zu einer achtminütigen Mini-Symphonie, mit Streichern, Föten und Hörnern, zur Häfte kommt dann ein fuzziges Elektro-Riff und eine authentische 80er Beatbox dazu, was dann schon für magische Momente sorgt. Das Techno-Element bleibt insgesamt aber eher zurückhaltend, der originale Detroit-Sound bekommt eben eine neue Verpackung, die ihm sehr gut steht. Crossover-Mäkeleien kann ich mir in diesem Fall also sparen, „Versus“ ist ein rundum spannendes und faszinierendes Album geworden. (Joe Whirlypop)

noch mehr von Carl Craig