Matthew E. White: K Bay - Hilfe
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Matthew E. White - K Bay

Cover von K Bay
Matthew E. White
K Bay

Label Domino
Erstveröffentlichung 10.09.2021
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 14,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

K Bay läutet eine neue Zeit in Matthews Entwicklung als Künstler ein: Bewaffnet mit einem eklektischen Eintopf an Einflüssen, Produktionstechniken und einer Band nach dem Vorbild von Miles Davis On The Corner Sessions, ging Matthew an K Bay als einen Moment heran, in dem er gleichzeitig nach außen und tiefer in sich selbst gehen wollte. Der Titel des Albums ist eine Hommage an Whites Heimstudio Kensington Bay, sein privates Schreib- und Aufnahme-Refugium in der Kensington Ave. in Richmond, Virginia. 

K Bay bietet einen spirituell abgetrennten, selbstbestimmten Raum für Matthews persönliche Musikpraxis und künstlerische Risikobereitschaft, ein hermetisches Labor und eine Songwriting-Oase, in der er selbst experimentieren kann. Obwohl er während der Sessions ein Team von brillanten Musikern leitete, komponierte und sang White alle seine Vocals allein in K Bay. Wie alle großen Künstler hat Matthew den Kern seiner kreativen Identität sowohl in der Gemeinschaft als auch in der Unabhängigkeit entdeckt. 

Unser Rezensent ist sehr angetan:
Er weiß nach seiner langen /Album-) Pause zum 2. Mal in ein paar Monaten zu überraschen. Nach dem abgefahrenen Werk mit Lonnie Holley jetzt wieder ganz anders, zudem höchst eklektisch. Für Liebhaber spannender de Sinne verwirrender abenteuerlicher und absolut faszinierender Stilkombinationen sowie wundervoller knallbunter phasenweise berauschender Sounds ein Traum! Melodisch Herausragendes ist allerdings rar gesät. 2x farbenprächtigster reich instrumentierter Electronic funky Groove-Rock (oder so) mit vielen Widerhaken (ein 70s/80s/Future-Mix), im 2. Fall ein wenig reduzierter mit stärkerer 70er-Pop-Ausrichtung samt ELO-Ähnlichkeiten (v.a. in den Refrains) und R´n´B-Elementen punktuell. Ebenfalls 2x, ähem, komplex geschichteter „Progressive Space-Electro-Soul (1x ein klasse Groove obendrauf), leicht futuristisch, verblüffend (70s/90s/10er/20er-Konglomerat). Rhythmisch starker früher New Wave-Approach, Grooves, Pop-affine Melodien (späte 70er treffen noch früher und heute). Neo-Soul mit langsamem Groove, Jazz-Akkorden des Pianos, psychedelischem Schillern, höchst einnehmenden Pop-Melodien (zeitgenössisch unter Rückgriff auf durch den Fleischwolf gedrehte 70er). Groovender R´n´B zwischen den Zeiten meets Talking Heads in derber/“unverfeinert“ + Rock-Spuren. Nur dezent modifizierter Disco (ein bischen elektronischer, deutlich rauher als damals). In eine leicht dräuende Ballade eingebaute üppige wirklich tolle Streicherarrangements, die eigentlich nur von Van Dyke Parks inspiriert sein können, befeuern einen neuartigen orchestralen bis minimalistischen Future-Jazz-Psychedelic-Pop-Soul-Mix (groß!). Eine Ballade fällt ganz aus dem Rahmen, wird sie doch nur von Akustikgitarren begleitet (Folk-Soul?), eine weitere kommt lange Zeit neben der Rhythm Section mit (scharfer) E-Gitarre und Orgel/Keyboards aus (im Slow Groove), mündend freilich in fettem Drama/Pathos/Bombast. Verblüffende bis faszinierende ungeheuer vielfältige so noch nie gehörte (Wunder-) Musik, dicke Empfehlung. (detlev von duhn)

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