Masha Qrella: Woanders - Hilfe
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Masha Qrella - Woanders

Cover von Woanders
Masha Qrella
Woanders

Label Staatsakt
Erstveröffentlichung 19.02.2021
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 15,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Bei ambitioniert hochkulturellen Projekten bewahre ich mir gerne eine feuilletonferne Grundskepsis, aber was die Berlinerin Masha Qrella (Contriva, Mina) hier nach längerer Pause abliefert ist ein großer künstlerischer Wurf. Hier verarbeitet sie Gedichte des Schriftstellers, Dramatikers und Regisseurs Thomas Brasch zu gleich 17 kontrastreichenSongs, die ein ins sich geschlossenes Album von staunenswerter künstlerischer Reife ergeben. Ich fand die Musik von Masha Qrella schon immer eigenwillig schön, dies könnte jetzt ihr bestes Album sein. Mit Unterstützung des ehrwürdigen Suhrkamp-Verlag stemmt sie mit scheinbarer Leichtigkeit ein komplexes Unternehmen, das dazu mit einigen hochkarätigen Gästen glänzen kann (Dirk Von Lowtzow, Andreas Spechtl, Tarwater und Braschs Schwester Marion). Stilistisch sah ich Masha Qrella immer schon eher bei Pop als bei Postrock (was man oft liest) zuhause hier präsentiert sie souverän ein breites stilistisches Repertoire zwischen Chanson-Pop, elektronischem Kammer-Jazz und Beinahe-Dancefloor. Dass sie jetzt ausschließlich deutsch singt, fällt zunächst gar nicht so sehr auf. Aufgenommen wurde das Album gemeinsam mit der Berliner Schlagzeug-Legende Chris Imler und dem Multi-Instrumentalisten Andreas Bonkowski. Die Produktion finde ich traumhaft: mit transparentem, analogem Sound, viel E-Piano und einer durchgängig großartigen Gitarre. Und es springen echte Hits von schönster Eingängigkeit ab: der Opener „Lied“ macht gleich Lust auf mehr, Highlight ist aber das furiose „Geister“, das man in nächster Zeit sicher häufig hören wird: elektroider Dancefloor mit grandioser Gitarrenlinie irgendwo zwischen New Order und Cure. Solche floortauglichen Popnummern gibt es gleich mehrere, der verträumte Abschluss erinnert sogar ein bisschen an Mazzy Star. Wie gesagt: ein großer künstlerischer Wurf. (Joe Whirlypop)

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