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Julia Holter: Aviary - Hilfe
hilfe

Julia Holter - Aviary

Cover von Aviary
Julia Holter
Aviary

Label Domino
Erstveröffentlichung 26.10.2018
Format 2-CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 16,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

18er. Kurz gesagt: Ein überwältigendes Wunderwerk. Wer Lust auf neue Musikerfahrungen ohne alles Genre- und Klang-Grenzen hat, auf totalen Freigeist und unerhörten Einfallsreichtum, liegt hier richtig. Das ist oft sehr schwer einzuordnen/beschreibbar, aber ich versuch´s mal: Eine Art offener leiser Folk Jazz (mit Momenten von Värttinä/Bulgarian Voices) in zart, inspiriert, filigran/feinziseliert, leicht schwebend. Sowas wie freihändiger Spiritual Avant-Free Rock (manche würden sagen Free Jazz) in ungeheuer dicht gepackt und intensiv, darüber thront in absolutem Kontrast fast majestätisch die Stimme (klasse!), am Ende orgiastisch. Ethno-Avantgarde in losgelösten rhythmusbefreiten Flächen. Buntest schillernder zeitgenössisch-psychedelischer von allen Konventionen entbundener (Indie) Rock Pop. Eine schwerelose und eine düster-bedrohliche apokalyptische Meditation in outer space (Letztere in „Post Psychedelia“ mündend). Jazz, „Post-Rock“, Avant-Symphonic und Modern Psyche in einem, hypnotisch von leisen zurückhaltenden Anfängen bis zur mehrschichtigen Verdichtung. Neo-Avantgarde-Klassik in fluoreszierende bestechende frei im Raum geisternde bis dezent pulsierende fantasievolle Klangbilder getaucht, später Erinnerungen an Laurie Anderson oder auch avancierte Björk. Wunderbar auch die diversen Balladen, z.B. zunächst sanfte ruhige eher orthodoxe dann immer stärker anschwellende in einem Fall fast kakophonische, woanders dezent schwelgerische kurzzeitig halluzinogene; oder zarter fast nackter sehr individueller „Songwriter-Pop“ mit Anspruch und von fremd/eigenartiger becircender Schönheit, im nächsten Track toller getragener Erhabenheit (mal Piano, mal Orgel im Zentrum). Ungewöhnlich ein ins Balladen-Umfeld eingebetteter hüpfender gutgelaunter 80s-Post Wave-artiger Mittelteil. Insgesamt höre ich ab und zu gewisse Robert Wyatt-Parallelen ohne so zu klingen, einfach diese Art des Freidenkertums. Unglaublich vielschichtige Musik, die unerhört dicht gewobenen/arrangierten ideen- und klangfarbenreichen Soundlandschaften/Kaleidoskope (Orgel, Keyboards, Synths, Piano, Gitarre, Bläser, viele Streicher, Harfe, Dudelsack und mehr) faszinieren aufs Höchste, immer wieder, und immer wieder ganz anders. Auch der Gesang ist klasse, der „normale“ vielseitige wie die herrlichen klangmalerischen Aspekte. Dieses Jahr habe ich wohl noch kein so facettenreiches Werk gehört, um all das zu erfassen werde ich beinige Zeit brauchen. Atemberaubend, meint das Info zu Recht, ihr Opus Magnum in mehrfacher Beziehung (15 meist etwas längere Stücke in 90 Min.). Ich finde sie von Mal zu Mal besser. (dvd)

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