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Lemon Twigs: Go To School - Hilfe
hilfe

Lemon Twigs - Go To School

Cover von Go To School
Lemon Twigs
Go To School

Label 4AD
Erstveröffentlichung 24.08.2018
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 12,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

(Zeit-) Rahmen, (Genre-) Grenzen und auch Vorstelllungen sprengendes Großwerk der kongenialen Geschwister Brian und Michael D'Addario, die nicht nur der gemeinsame Nachname, sondern auch die ungebremste Lust am Spiel mit den Pop-Elementen der goldenen 60er und 70er Jahre eint. Multiinstrumental äußerst begabt und auch stimmlich beeindruckend unterwegs (wobei einer der beiden durch eine himmlisch hohe Stimmlage betört), faszinieren die beiden durch schier unglaubliche Kenntnisse der Glanzzeiten des progressiven, ja artifiziellen Pop, und servieren uns eine vornehmlich mit Gitarren in vielerlei Klangfarben und prägnanten Pianoakkorden gestaltete, durch knallbuntes Instrumentarium (von Orgel, Banjo und Mandoline bis hin zum Theremin) bereicherte und von vielseitig, mitunter überraschend eingesetzten Streichern, Holz- & Blechbläsern veredelte, von zahlreichen Stil- und Rhythmussprüngen geprägte Konzeptwerk-Köstlichkeit schier unendlichen Ideenreichtums. Irgendwo zwischen Butterfly Ball, Jesus Christ Superstar und Rocky Horror Picture Show, zwischen Wizzard, ersten E.L.O.-Anfängen und frühesten The Who, zwischen Sparks, Harley's Cockney Rebel, Amanda Palmer's Evelyn Evelyn und vielstimmigen Beach Boys-Harmonien, zwischen Killer Queen und Bohemian Rhapsody und mit jeder Menge Hooos, Uuuus & La La Las wird uns die epische Coming Of Age-Geschichte des als Mensch er- und aufgezogenen Schimpansen Shane derart bild- und farbenreich erzählt, dass einem nicht zuletzt die brillante Bombast-Bande Jim Steinman, Meat Loaf und Todd Rundgren als weiteres treffendes Vergleichsobjekt in den Sinn kommt. Da nimmt es kaum Wunder, dass letzterer auch zwei Auftritte als Gesangsgast absolviert, neben Susan Hall, der Mutter der begnadeten Brüder, und weiteren Rollenträgern und Stimmgebern wie Natalie Mering (Weyes Blood) und Jody Stephans (Big Star). Von großen Gesten, überbordender Phantasie, schier unerschöpflich scheinenden Ideen und herrlichem Hang zur Theatralik getragener Art Pop-Schatz, der wiederholtes, intensives Lauschen nicht nur fordert, sondern auch belohnt. Solcherlei kostbare Konzept-Kunst wird heutzutage wirklich nicht mehr gemacht. Bzw. jetzt eben doch. (cpa)

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