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Kate Bush: Aerial - Hilfe
hilfe

Kate Bush - Aerial

Cover von Aerial
Kate Bush
Aerial

Label EMI
Erstveröffentlichung 04.11.2005
Format DoCD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 11,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

2005er Studioalbum. Noch kann ich es nicht recht fassen, dass ich in diesem Leben noch einmal ein neues Werk von Kate besprechen darf. Und so groß war die Mischung aus Respekt, Erwartung und Angst vor möglicher Enttäuschung, dass das Album geschlagene 3 Tage ungehört auf dem Tisch lag. Die Vorab-Single King Of The Mountain hatte mich etwas ratlos zurückgelassen (aber ein ähnliches Fragezeichen hatte damals schon das Ersthören von Running Up That Hill bzw. Rubberband Girl erzeugt), die erste Komplett-Album-Erfahrung dann liess mich in der Zwischenwelt hängen – eigenartigerweise hatte ich auf monumentale Initialzündungen gewartet, auf spontan überwältigende Momente. Die ausblieben. Aber: Die ersten Hoffnungen keimen auf – es war eindeutig keine Enttäuschung dabei. Und schließlich hatten alle Vorgänger-Alben wahrhaftig mehr als genug Zeit, in meinem Herzen zu reifen.

Und so ist es auch bei Aerial. Die beiden Hälften des Albums, A Sea Of Honey und A Sky Of Honey, die zusammen etwas mehr als 80 Minuten neues Bush-Werk bieten, entwickeln sich langsam, wachsen aber zusehends bei jedem neuen Hören, das freundlich-lächelnde Wiedererkennen weicht dem zugeneigten Mitschwingen, zu kurz ist noch die Zeit für das verliebte Wegschweifen. Kate’s Stimme hat weniger als nichts von ihrer Wirkung eingebüsst (sie wird somit auch weiterhin polarisieren), vielleicht betont sie etwas mehr ihre weichen, warmen Töne. Die 18 Aerial-Songs kommen aus dem Wirkungsbereich zwischen Hounds Of Love und Sensual World und sind so Kate-eigen, dass sie in sich ruhend meilenweit vom Hier und Jetzt entfernt existieren. Trotz stilistischer Breite gibt es keine allzu extremen Ausschläge, die Liebeserklärung an Sohn Bertie gerät zur tänzerischen Renaissance-Reminiszenz, Songs wie Nocturn schweben auf einem sacht fließenden Groove, die große Piano-Ballade Mrs. Barolozzi dreht sich um eine und in einer Waschmaschine. Keines der Lieder drängelt sich beim ersten Hören auf, aber so wie sich hypnotisch-elektronische Beat von King Of The Mountain von mal zu mal nachhaltiger ins Hirn bohrt, so entwickeln alle Songs, ohne Ausnahme) eine bleibende Dauerwirkung.

Ähnlich wie Songs und Stimme die vergangenen zwölf Jahre vergessen machen, so setzte Kate auch bei der Entstehung des Albums auf Altbewährtes. Piano und die vielfältigen Keyboardklänge lagen in ihren sanften Händen, den singenden Bass reichten sich die Uraltweggefährten Del Palmer (seit Lionheart dabei), John Giblin (Never For Ever) und Eberhard Weber (The Dreaming) in die Hände, am Schlagzeug wirkt mit Stuart Elliott ein Mann der ersten Stunde, unter den zwar wenigen, aber nicht minder illustren Gästen finden sich Lol Creme (Gesang), Gary Brooker (Hammond, Gesang) und Michael Kamen (Arrangeur und Dirigent des London Metropolitan Orchestra).

Gerade der Kate Bush-Fan ist in stillen Stunden bereit zuzugeben, dass nicht alle Bush-Werke makellos sind (aber Vorsicht: Niemals zustimmen. Zu riskant). Aber Aerial läuft jetzt bereits zum 12. Mal und sie ist immer noch ohne Fehl. Im Gegenteil, sie schickt sich mehr und mehr an, es sich in meinem Herzen für die nächsten 20 Jahre gemütlich zu machen. Wer weiss, wann Kate uns das nächste Album schenkt. (cpa)

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Foto von Aerial

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