Marah: Angels Of Destruction - Hilfe
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Marah - Angels Of Destruction

Cover von Angels Of Destruction
Marah
Angels Of Destruction

Label Munich
Erstveröffentlichung 07.01.2008
Format CD
Leider nicht verfügbar.
Rezension

Beim 6. Album ist die Band um die Bielanko-Brüder mittlerweile angelangt. Ein wilder Ritt war es bis hierhin, mit einigen musikalischen Fehlversuchen, persönlichem Chaos und ganz vielen Drogen-Exzessen. Nachdem wir damals versucht haben, dass Debüt auf Glitterhouse zu veröffentlichen, habe ich die Band dann irgendwann aus den Augen verloren. Nun habe ich Angels Of Destruction zum Review hier vorliegen und tue mich anfangs so richtig schwer. Im Büro so zwischendurch ging nichts, aber bereits beim ersten Durchlauf zu Hause bekomme ich den Schlüssel für diese Platte.
Das Album beginnt mit einem Banjo/Gebläse-Intro, welches direkt von der ersten Platte zu kommen scheint. Daraus entwickelt sich ein satter Springsteen/Stones-Rocker (Coughing Up Blood), der allerdings einige Tricks im Arrangement bereit hält und deshalb nie zu beliebig wird. Diese kleinen Ecken und Kanten, diese schrägen Ideen, das ist das Besondere an diesen Songs, es ist ihr eigener Sound, aus hunderten heraus zu hören. So wie bei Angels On A Passing Train, eigentlich ein 60s Rocker, der aber im Refrain einen ganz eigenen Dreh bekommt. Und einen Tune wie Wild West Love Song kann man nicht beschreiben.
Die Tiefe der Songs erkennt man erst beim 4. oder 5. Durchlauf. Was sich da in den Arrangements tut, was da so in die Ecken der Songs gepackt wurde, wie ein straighter Song letztendlich doch nicht straight zu Ende geht, das merkt man erst, wenn man sich mit dem Album beschäftigt. Die Bielanko’s haben hier alles reingelegt, was sie drauf haben an Spielfreude und kompositorischer Klasse. Und endlich mal wieder konsistent angerichtet von vorne bis hinten. Speaking of hinten: das finale Wilderness ist eine absolute Tour-De-Force, sechs Songs in einem (Dudelsack!), im Prinzip zwei Stones-Alben auf 10 Minuten komprimiert.
So manches Mal erinnern Marah mich an Bruce und sein The River Album. Ein anderes Mal deutlich an Elvis Costello. Dann wieder als würde Costello die E-Street Band anführen. Mal scheint es Marah’s Exile On Main Street zu sein, dann wieder ihr ureigenes Highway 61 Revisited. Trotz allem bleiben sie immer Marah. Und nach Angels Of Destruction ist wieder mit ihnen zu rechnen. (rh)

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