Massive Attack: 100th Windows - Hilfe
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Massive Attack - 100th Windows

Cover von 100th Windows
Massive Attack
100th Windows

Label Virgin
Erstveröffentlichung 01.02.2003
Format CD
Lieferzeit 1 – 8 Werktage
Preis 12,95 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

5 Jahre haben sie sich nach “Mezzanine” Zeit gelassen für dieses Album und bevor ich es hören konnte, war ich von der vernichtenden Spex-Kritik (die ein Massive Attack-Fan verfasste) negativ beeinflußt. So lief „100th Window“ auch erstmal ohne tiefere Eindrücke zu hinterlassen an mir vorbei.
Aber so einer Band muß man ja mehrere Chancen geben, schließlich haben mir überhöhte Erwartungshaltungen oder vorgefasste Meinungen schon so manche Freude verdorben. Setzt man sich intensiver mit der Musik auseinander, offenbaren sich nach und nach die Feinheiten, die unter dem dunkel-mystischen Soundnebel verborgen scheinen. Für den ist dieses Mal Robert `3-D´ Del Naja fast im Alleingang zuständig (Mushroom ist ausgestiegen und Daddy G macht Baby-Pause), der die Tracks vorwiegend mit richtigen Instrumenten einspielen ließ und sie nachher digital bearbeitete.
So schichtet er hier eine Keyboard-Schicht auf die andere und erzeugt detailversessen atmosphärisch-eindringliche Soundscapes (hier und da Momente der letzten beiden Radiohead Platten heraufbeschwörend), die je nach Bedarf von tanzbaren oder ruhigeren Grooves befeuert werden. Als Gastsängerin ist dieses Mal Sinead O´Connor zu hören, die ihr Bestes gibt, aber gegen ihre Vorgängerinnen (Blue Lines Shara Nelson, Protections Tracy Thorn und Mezzanines Elizabeth Fraser) nicht unbedingt einen leichten Stand hat. Del Naja selbst zeigt sich als Sänger stark verbessert, aber gegen Horace Andy kommt keiner an. Seine körperlose Stimme sorgt im fast 8-minütigen „Name Taken“ für ein wenig Hoffnung in der klaustrophobischen Soundwelt.
Natürlich sind sie nicht mehr die Wegbereiter und Erneuerer, die sie mal waren. Zu viel Zeit ist vergangen, der Abstand zwischen den Veröffentlichungen war einfach zu groß, da sind sie von anderen, arbeitssameren Künstlern in der Zwischenzeit überholt worden. Aber sie haben noch was zu sagen und wenn man sich auf „100th Window“ einlässt, dann begibt man sich auf einen 74 minütigen Trip, der den Hörer nicht unberührt lässt.

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